Der „Critical Consensus“ bei Rottentomatoes trifft es genau: “Sure to please fans of the video game, but lacking in plot and originality to please other moviegoers.” Anspruchslose Fans des Spiels, die auch Filmen wie “Resident Evil” oder “Alien vs. Predator“ etwas abgewinnen konnten, werden vermutlich zufriedengestellt, zumal die Optik des Films nahe am Spiel liegt und mit Gore-Effekten nicht gegeizt wird.
Wer jedoch mit einem Film eine Handlung, die über reines Monsterabschießen hinausgeht, oder überhaupt irgendeinen Sinn verbindet, hat verloren, da Doom einfach den üblichen Kriterien, die man allgemein mit Filmen verbindet, Hohn spricht. Was natürlich nicht überraschend ist, schließlich sind sämtliche anderen Spieleverfilmungen, die bisher produziert wurden, in keinster Weise anders. Am unverfrorendsten tritt die Negierung der Funktionsweisen eines Spielfilms in der fast fünfminüten (!) Sequenz zutage, in der man nur aus der Egoshooter-Perspektive ein Gewehr sieht, das sich durch Gänge bewegt und Gegner abknallt (bzw. ist es gegen Ende der Sequenz eine Kettensäge). Das ist ähnlich spannend wie dem kleinen Bruder beim Herumballern vor dem Rechner über die Schulter zu schauen und fast genauso peinlich wie die eingestreuten Originalausschnitte aus dem Spiel in Uwe Bolls „House of the Dead“-Verfilmung.
Ganz genaugenommen scheitert der Doom sogar an der Minimalanforderung, das Spiel richtig auf die Leinwand zu bringen, denn die durchaus bedrohliche Atmosphäre aller Doom-Spiele wird nicht erreicht, nicht mal ansatzweise. Das hat natürlich vor allem damit zu tun, dass die Filmemacher es einfach nicht begreifen, dass ein Spiel und ein Film anders funktionieren. Ein Spiel ist interaktiv, der Spieler handelt selbst und ist daher ganz anders involviert als bei einem Film, bei dem er lediglich zuschauen kann. Dadurch funktionieren videopielartige Szenen in einem Film (und ganz besonders aus der Egoshooter-Perspektive) ganz einfach nicht. Das ist auch der Grund, warum es bisher nicht eine einzige gute oder wenigstens passable Verfilmung eines Videospiels gab. Ich bin mal gespannt, ob es jemals jemandem gelingen wird, aus einem Videospiel einen guten Film zu machen. Das wird jedenfalls nur funktionieren, wenn man anders als bei den bisherigen Versuchen herangeht, sich eine richtige Handlung einfallen lässt, interessante Charaktere entwickelt (die man meist erfinden muss, da es sie im Spiel nicht gibt), auf einen vernünftigen Spannungsaufbau achtet, originelle Details einflechtet und möglichst von einer betont coolen MTV-Optik mit rasenden Schnitten wegkommt (auch wenn es Filme wie „Die Bourne-Verschwörung“ oder „Man on Fire“ gibt, bei denen die schnellen Schnitte passen).
Man darf auch nicht erwarten, dass ein guter Film herauskommt, wenn man einfach James Camerons „Aliens“ kopiert und mit ein bisschen pseudowissenschaftlichem Unsinn vollstopft. Richtig lächerlich wird es, wenn die wissenschaftlich gemeinten Phrasen noch von einem blonden Bond-Girl namens Rosamund Pike ausgesprochen werden, die aufgrund iher Nullmimik und Nullausstrahlung reif für eine Goldene Himbeere ist (die sie nicht bekommen wird, schließlich ist Tara Reid, die in „Alone in the Dark“ in der gleichen Rolle noch mehr pfuschte, dran). Apropos Darsteller: Viel ist nicht übrig gebliebenen von den Vorschusslorbeeren des einst als „nächstem Schwarzenegger“ gehandelten Dwayne „The Rock“ Johnson, nachdem es dieser vorzieht, seinen Kredit nach und nach mit minderwertigen Filmen wie „Walking Tall“ oder eben Doom zu verspielen. Wenn er so weiter macht, sehen wir ihn in drei Jahren im Videothekenregal zwischen Seagal und Van Damme verstauben.
Insgesamt ist Doom ein 60 Mio. Dollar teures B-Movie geworden, das nach „direct to video“ schreit und im Kino seltsam fehl am Platz wirkt. Und – soviel muss man dem Machwerk schon zugestehen – als Videothekenschund, den man sich ausleiht, um es möglichst niveaulos laut krachen zu lassen, funktioniert Doom gar nicht mal schlecht. Zusätzlich handelt es sich um eine der bisher besten Spieleverfilmungen – wahrscheinlich sogar nahe am Optimum, solange man weiterhin den Irrweg beschreitet, Spiele 1:1 ins Kino zu übertragen zu wollen. Dafür sind 4/10 durchaus vertretbar.
Insgesamt ist Doom ein 60 Mio. Dollar teures B-Movie geworden, das nach „direct to video“ schreit und im Kino seltsam fehl am Platz wirkt. Und – soviel muss man dem Machwerk schon zugestehen – als Videothekenschund, den man sich ausleiht, um es möglichst niveaulos laut krachen zu lassen, funktioniert Doom gar nicht mal schlecht. Zusätzlich handelt es sich um eine der bisher besten Spieleverfilmungen – wahrscheinlich sogar nahe am Optimum, solange man weiterhin den Irrweg beschreitet, Spiele 1:1 ins Kino zu übertragen zu wollen. Dafür sind 4/10 durchaus vertretbar.