Review

Meine Erwartungen waren aufgrund der vielen negativ ausgefallenen Kritiken und der Art des Stoffes von Anfang an auf niedrig geschraubt. In der Hinsicht wurde ich keinesfalls enttäuscht und gut unterhalten.

Fang ich am besten gleich mit den negativen Aspekten des Filmes an. Das absolut Schwächste am Film ist wohl das Drehbuch mitsamt der nicht vorhandenen Story, den misslungenen Dialogen und den klischeehaften Charakteren.

Zur Geschichte brauch ich denk ich mal nicht viel sagen, die war - wie zu erwarten - äußerst dünn gesäht und gab leider nicht viel an Spannung her, außer dem nicht ganz vorhersehbaren Ende, der einen Kontrast zum Rest der sonstigen Einfallslosigkeiten (auf das Drehbuch bezogen) bildet. Aber viel gibt der Stoff, der schon im Spiel storytechnisch nicht viel zu bieten hatte, einfach nicht her, auch wenn mit ein bisschen mehr Motivation und Kreativität schon viel erreicht hätte werden können.

Die Dialoge sind, so platt sie auch sein mögen, teilweise so unfreiwillig komisch, dass man denkt, man sähe sich eine Actionkomödie an, würde im Vorspann nicht das Doom-Logo auftauchen. Denn im Grunde genommen passen sie einfach zur Art des Films und die Sprüche und Oneliner sind an den passenden Stellen eingesetzt. Ich hab mich teilweise echt wegschmissen vor lachen.

Genauso passend sind daher eigentlich auch die plumpen und stumpfsinnigen Charaktere, die allesamt wirklich nicht viel hergeben. Da wäre ich auch gleich bei der schauspielerischen Leistung. In anbetracht der Drehbuchvorlage wurden die Figuren überzeugend leichtsinnig handelnd verkörpert, besonders von The Rock, der auch im Abspann unter seinem "Künstlernamen" genannt wird und eine echte Idealbesetzung darstellt.

Der Score ist eher schwach ausgefallen und hätte ruhig kräftiger und satter ausfallen können, dafür sind aber der Waffensound und Geräuschkulisse sehr gut gelungen.

Die Atmosphäre des Spiels bringt der Film leider nicht ganz rüber, ist aber dennoch gut gelungen und weiß hier und da trotz des missglückten Drehbuchs mitzureißen. Denn die filmische Umsetzung, und die möchte ich als positiv hervorheben, ist sehr solide geglückt und hätte kaum mehr aus dem Script machen können. Spezialeffekte waren genug vorhanden, hätten aber ruhig noch häufiger Anwendung finden können, denn bis kurz vor Schluss passiert auch in Hinsicht auf die Action nicht viel.

Das Highlight bildet ganz klar die Egoshooter-Perspektive, die man sogar als innovativ bezeichnen kann und die zu überzeugen weiß. Selten hab ich im Kino so viel Spaß gehabt. Hier geschieht dann auch das meiste an Action, die man bis dahin doch reichlich vermisst hatte. Zur richtigen Langeweile verkommt der Film aber im Prinzip nie. Die unfreiwillige Komik rettet da schon über gewisse Durststrecken hinweg.

Nun muss man Doom schließlich als Spielverfilmung ansehen und als solche funktioniert sie auch prima. Natürlich hätte man hier auch ein wenig über die Grenzen hinauswachsen können, aber das will ich gar nicht so intensiv anprangern.
Mit fällt es schwer eine Gesamtwertung aus all dem zu schließen. Daher muss ich meine Endwertung gewissermaßen aufspalten und zwischen den Wertungen abwägen.

Aus objektiver Sicht müsste ich dem Film 4/10 geben. Das Drehbuch ist dermaßen schwach und unsinnig, dass nicht einmal die gelungene filmische Umsetzung ganz darüber hinwegtrösten kann.

Auf der anderen Seite wurde ich satte 100 Minuten lang hervorragend unterhalten, selten hab ich bereut den Film im Kino zu sehen. Jeder Spielefan würde mir hier zustimmen, auch wenn ich selber jetzt nicht so viel Ahnung davon habe und der Sucht des Zockens verfallen bin. Subjektiv betrachtet gibt es ganze 8/10 Punkten von mir.

Insgesamt ergibt sich letztlich eine Wertung von 6/10 Nanowänden. Eine tolle Art der sinnfreien Unterhaltung!

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