+++Ein Film wie ein Ego-Shooter+++
Das ist also der Doom-Film. Nette Sache. Die Macher dieses Werks haben sich befriedigend mit der Thematik auseinandergesetzt und ein Set-Design hingelegt, das zu 75% dem Leveldesign aus Doom 3 ähnelt. Das fand ich besonders schön: Die grafischen Darstellungen auf den Monitoren und die Leuchtschilder über den Türen sehen haargenauso aus wie im Spiel. Auch einige Gänge, mit (realistisch betrachtet) unlogisch angeordneten Lampen in den Wänden (um im Spiel die Spannung zu verstärken) wurden nahezu direkt übernommen.
Die Atmosphäre des Films ist genauso wie ein Ego-Shooter: Eine Gruppe von Kämpfer rennt ballernd durch irgendwelche dunklen Gänge. DAnn herrscht wieder Ruhe, weil das Monster weg ist. Und so geht das drei- bis viermal. Das kommt einem dann doch ein bisschen monoton vor, aber es entspricht voll und ganz dem Computerspiel. Eingefleischte Spieler werden auch erkennen: In der Szene, in der die Leute sich Dr. Carmacks (!) Videoaufzeichnung über ein Menschenexperiment ansehen ist eine Musik zu hören, die aus einer Map von Doom 1 bekannt ist. Hier wurde sie nur musikalisch aufgepeppt, aber die Melodie ist die gleiche.
Schauspieler: Die sind allesamt nichts besonderes. Sie müssen keine dramatischen Szenen spielen, weinen oder sonstige Gefühle zeigen. Wie im Spiel auch sind alle Personen hier regelrecht kalt, gefühllos und oberflächlich dargestellt. Es sind nur Figuren, die eh in absehbarer Zeit von Monstern getötet werden - warum sie also besser charakterisieren? Besonders krass fand ich den SArge am Ende, als er auf die Idee kommt, alle Menschen könnten infiziert sein und müssen getötet werden.
Stil: Dunkle Gänge mit wenig Licht. Ich hätte mir noch gewünscht, dass man in den Gängen Schatten von Ventilatoren und hinter den Wänden blinkende undefinierbare Maschinen zu sehen bekommt. Aber das Setdesign fiel da mager aus. Es tauchen mutierte Wissenschaftler auf, die die normalen umbrigen. Diese Mutanten werden entweder mit coolen Waffen, welche einen echt tollen Sound haben weggepustet oder sie entkommen in die Dunkelheit. Dabei wird das Actiongeschehen immer mit krasser Heavy Metal oder Hard Rock Musik untermalt. Obwohl es miestens dunkel ist bekommt man trotzdem deutlich genug rotes Blut zu sehen. Damit bekommt der Film beinahe einen Gorecharakter wie Doom 1 und 2.
Höhepunkt: Das beste an dem ganzen Film ist, und da haben im Kino einige Spielfreaks vor Freude gelacht und applaudiert, die echt geil gemachte Ego-Szene. Der Held betrachtet sich nach dem Erwachen im Spiegel (kennt man ja) schnappt sich eine Waffe und rennt allein durch die Gänge. Er öffnet Türen, dreht sich um und erschreckt vor plötzlich erscheinenden Zombies, Hellknights, die er mit seiner Machinegun abknallt. Er trifft auch auf einen Pinky Demon, den er mit einer Kettensäge bearbeitet. Einmal schießt er auch im Eifer des Gefechts auf sein Spiegelbild (was ja auch schon vielen Leuten passiert ist). Diese Sequenz ist deshalb so schön anzusehen, weil sie wohl mit einer besonderen Technik von Dolly oder Steadycam gemacht wurde, wodurch man eine schnelle und hoppelfreie Kamerafahrt erlebt. Rechts unten sieht man die Waffe, die auch ab und zu mal nachgeladen wird. Wirklich cool.
Ende: Das Ende ist aber meiner Meinung nach nicht so schön ausgefallen. Man bekommt nur einen waffenlosen Mann-gegen-Mann-Kampf vorgesetzt, wobei man sich schon denken kann wer gewinnt. Und die Welt wird vom Helden gerettet, der die Frau im Schlepptau hat. Es gibt leider nicht genug Aha-Effekte. Alles was man sieht kennt man (wenn man die Spiele oft genug gespielt hat).
Fazit: Eigentlich die bisher beste Verfilmung eines Computerspiels, weil die Atmosphäre und der Gewaltcharakter stilecht umgesetzt wurden. Aber wenn man Doom nur als Film selbst betrachtet, ohne die Spiele zu kennen ist er eigentlich doof und größtenteil wird eine einfallslose Geschichte erzählt. Also nur ein Film für Leute, die schon seit Jahren die Spiele kennen und lieben. Für die lohnt es sich schon. Für Filmegucker, die keine Ahnung von Ego-Shootern haben wir dieses Werk eine Enttäuschung sein. Ich als Spielefan fand ihn toll aber nicht überragend. Note 7 von 10.