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Videospiele unterhalten vor dem Bildschirm prächtig, doch das bedeutet noch lange nicht, dass sie auch auf der großen Leinwand funktionieren. Dies bestätigen die Verfilmungen von Games wie "Mortal Kombat", "Resident Evil" oder "House of the Dead", doch woran kann dies liegen? An untalentierten Regisseuren oder ist aus den Vorlagen einfach nicht mehr herauszuholen? So macht auch "Doom" zunächst den Eindruck einer lieblos hinterhergeschobenen Produktion zum Ego-Shooter "Doom 3". Doch beim zweiten Betrachten, stellt dieser Film die bisher solideste Umsetzung eines Games dar.

Dooms größter Pluspunkt ist auch gleichzeitig sein Untergang: Da man sich sehr eng an die Vorlage hält, was Fans des Spiels sicher gefallen wird, geht die Spannung durch die knallig-laute Inszenierung oft vollkommen verloren. Doch eine große Bereicherung der stilistischen Filmmittel bringt der Film dann doch mit: Die sogenannte „Ego-Perspektive“, denn für eine kurze Sequenz sieht man „Doom“ aus der Sicht einer der Hauptfiguren, die dann mit einer riesen Wumme bewaffnet durch dunkle Areale marschieren und Horden von Kreaturen Sterbehilfe leisten darf. Atmosphäre wird auch durch klaustrophobisch-anmutende Momente und der ständigen Dunkelheit vermittelt. Ebenfalls positiv anzumerken: Bei den Monstern wird noch richtige Arbeit geleistet, nur selten bekommt man mal einen „CGI-Klumpen“ vorgesetzt. Traurig nur, dass man hier krampfhaft versucht, Dwayne „The Rock“ Johnson als neuen Schwarzenegger zu etablieren: Was bei „Welcome to the Jungle“ durch das symbolische „Have Fun!“ von Arnie angedeutet wurde, er übergab Johnson sozusagen den Action-Thron, wird hier durch die Worte „If it breaths, kill it!“ weitergeführt. Ja, ja wir alle erinnern uns an „Predator“, in dem Arnie noch höchst selbst verkündete: „If it bleeds, we can kill it!“, auch erinnert Johnsons Rolle stark an die des Dutch Scheffer aus „Predator“, welche eben von Schwarzenegger verkörpert wurde. Sparen hätte man sich auch die völlig überflüssigen Storylines von einem gottgläubigen Marine sowie der Geschichte zweier Geschwister, die natürlich noch für viel Klischee sorgen dürfen. Wen interessiert ein Marine und eine Wissenschaftlerin, wenn man die „Big Fucking Gun“ kurz BFG in Aktion sehen darf?

„Doom“ führt nun die Liste der Spieleverfilmungen an, macht Spaß durch seine flotte, schnörkellose Inszenierung und der eingestreuten Zitate aus einschlägigen Filmen. Die Story hätte nicht mehr hergeben können, aber dennoch, dass gewisse Etwas hätte diesem Stück Zelluloid nicht schlecht getan! Bleibt zu hoffen, dass sich endlich ein begabter Regisseur findet, der uns „Max Payne“ serviert, denn so viel Potential darf nicht verschenkt werden!!!

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