Review

Als ich mich durch die DVD der Ballerspiel-Verfilmung "Doom" gequält hatte, hätte ich eigentlich noch mal die Hülle anschauen müssen, um zu sehen, ob der Film tatsächlich "Doom" und nicht viel eher "Dumm" heißt. Weiterhin wäre noch die Assonanz zum norddeutschen Wort "duhn" (beschwipst) in Betracht zu ziehen, aber "Dumm" trifft den Kern des Films dann doch am besten.
Die Handlung: Ein paar ariel-ultra-harte Über-Soldaten werden zu einer männermordenden Mission auf den Mars, vielleicht auch auf den Snickers geschickt, um dort eine Krisensituation in einem Gentechnik-Labor zu beenden sowie einer ...äh... Wissenschaftlerin, die zufällig des einen harten Kerls Schwester ist, das Sichern unglaublich wichtiger Forschungsdaten zu ermöglichen. Mit poetischen Namen wie "Duke" und "Destroyer" sowie unbeweglichen Mienen und seltsamen Fantasie-Kanonen ausgestattet, ziehen sie in den Kampf gegen die Monster, die man nach längerer Filmspieldauer dann gerne auch mal irgendwann sehen würde. Jedenfalls stellen sie fest, daß mit den dort eingeschlossenen Wissenschaftlern eine seltsame Veränderung vor sich gegangen ist - und bald sind sie selbst auch davon betroffen...

Schon etwas eigenartig, daß in etwa die selben Leute, die im Einklang gebetsmühlenartig über die wirklich nicht gerade großartigen Werke Dr. Uwe Bolls herziehen, diesen stumpf-amerikanischen Schrott auf einmal wer weiß wie gut finden. Der einzige Unterschied ist eine größere Professionalität, aber auch Konventionalität in einigen handwerklichen Belangen. Letztlich muß ich sagen, daß mir Bolls Spielverfilmungen "House of the Dead" und "Alone in the Dark" wegen ihres holprigen Charmes im ganzen besser gefallen haben als dieser Abgähner, in dem sich einige der schlechtesten Schauspieler tummeln, die ich je gesehen habe. Das fängt schon ganz übel an bei Dwayne "The Rock" Johnson, über dessen Betonfresse und Hartmänner-Blödheit ja wohl nicht viel gesagt werden muß. Allerdings hat er vom Drehbuch den markantesten Auftritt abbekommen: Er besucht ein hochtechnisiertes Waffenlager. Dieses besteht jedoch lediglich aus einer einzigen Kanone, die sich schön dekorativ in der Mitte des Raumes befindet. Er nimmt sie in die Hand und sagt (in der deutschen Synchronfassung, wohlgemerkt!): "Big fucking gun . - Oh shit". Letzteres Wort gehört in diesem Film ohnehin zu den häufigsten.
Ebenfalls eine schauspielerische Katastrophe: Rosamund Pike, die mit immer gleichem erhitzt-nervösem Gesichtsausdruck, offenem Mund und sonstigen unverkennbaren Zeichen der Einfalt die Frage aufkommen läßt, ob man diese Rolle nicht besser einer der reglosen Damen hätte übertragen sollen, die bei Karstadt und Kaufhof den ganzen Tag so nett und unentgeltlich die Unterwäsche präsentieren. Einer Schaufensterpuppe, meine ich. Zu dem mimischen Elend von Fräulein Pike gesellt sich noch eine naßforsche deutsche Synchronstimme, deren einziger Augenmerk darauf liegt, alle Namen so amerikanisch wie möglich auszusprechen. Positive Aspekte innerhalb der Schauspielerriege sind lediglich Karl Urban (John Grimm) und insbesondere Richard Brake (Portman), dem es als einzigem gelingt, seiner Rolle ein wenig echtes Profil zu verleihen. Nun mag man dieser Kritik entgegenhalten, man schaue derartige Filme nicht in der Erwartung großartiger Inhalte oder Schauspielkünste an. Aber auch sonst hat "Doom" nicht besonders viel zu bieten. Sämtliche Szenen mit den Monstern sind sehr kurz und/oder spielen sich im Dunkeln ab. Ganz nett sind die Autopsie-Sequenzen. Letztlich sind alle Effekte professionell und nicht ohne Aufwand gemacht. Aber die Kamera widmet ihnen kaum Aufmerksamkeit, sondern klebt an den idiotischen Soldaten, die durch dunkle Gänge stapfen und bei jedem zweiten Schritt "shit" sagen. Das trägt natürlich keinen Film. Sehr unerfreulich auch eine schlecht eingepaßte Egoshooter-Sequenz. Wurde Boll noch das kurze Einblenden von PC-Spielszenen in "House of the Dead" vorgeworfen, so findet derartiges in "Doom" merkwürdigerweise des Publikums Anerkennung. Irgendwie widersprüchlich.

Letztlich ein routiniert-langweiliger Macho-Streifen, der die von mir gehegten Erwartungen in punkto Dynamik, Härte und Kampfszenen mit ekligen Monstern absolut nicht erfüllt hat.

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