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Lange Zeit war die Verfilmung von i.D.-Softwares Kult-Shooter-Game im Gespräch und nun hat uns endgültig die Zelluloid-Version erreicht. Kommen wir gleich mal auf die Story zu sprechen, sofern man diese überhaupt als solche bezeichnen kann:

Schlimme Wissenschaftler haben diesmal auf dem Mars mit Genen rumgepfuscht( Originell!!) Nach einem fatalen Zwischenfall ( noch origineller!) auf der Forschungsstation wird ein Rudel Space Marines ( unglaublich innovativ!!) abkommandiert um alles zu töten was da noch so rumhüpft ( ach nee,..).

„Doom“ ist der wundervolle Beweis dafür, dass auch ein auf zwei Schmierzetteln verfasstes Script verkauft werden kann und auch noch verfilmt wird. Fangen wir mal gleich mit dem Karussell der grenzenlosen Stupidität an und steigen damit ein, dass sämtliches Volk seine Bestandsaufnahme tätigt, dem die Game-Serie bekannt ist. Da hätten wir also einen First-Person-Shooter, in dem der Spieler auf einer Mars-Station durch schier endlose Gänge wandelt und neben dem Einsammeln von Schlüsselkarten reihenweise Monster und Mutanten weg ballert. Was fällt uns da als brachial kreativen Drehbuch-Autoren zu ein? Da brauchste erstmal ne Horde Pseudo-Schauspieler, die jeden Dreck mit ihrem schamlosen Agieren verschlimmbessern und während du an die denkst, kritzelst du sämtliche Drinks die du am Vorabend gesoffen hast auf einen zerknitterten Zettel. Das geschändete Papier überbrinst du dann dem Produzenten und sagst es wäre die Adaption eines Top-selling Videogames. Nachdem du dann dem Herrn Sponsor erklärt hast, wen du dir am Besten in den unnützen Rollen der Protagonisten vorstellst, hüpft dieser rum und freut sich schon die sicheren Scheinchen in die Taschen. Damit die potenziellen Konsumenten ( im Folgendem „Nerds“ genannt) des Geniestreichs aus der Bahnhofstoilette nicht allzu aufmucken, packt man halt noch eine „Big Fucking Gun“ und eine Ego-Sequenz mit in das Flickwerk. Ja, es ist wahr: Doom ist die absolut genialste Game-Adaption seit „House of the Dead“! Beide Streifen sind so grenzwertig asozial, dass sich der Zuschauer, der nicht gerade eine Pulle Wodka auf Ex runter gesoffen hat, genauso gut unterhalten fühlt wie ein Penner im Stadtpark, der jeden Tag aufs Neue merkt, dass er sich in die Hosen geschissen hat. Selbst die Spannung, die vorherrscht wenn man fröhlich schnuppert ob der gelassene Furz den vom Schwager in Fragen des Gestanks toppt ist da aufregender. Auch für No-Brainer-Verhältnisse ist „Doom“ ein ziemlich peinliches Produkt. Lediglich die Inszenierung ist da recht sauber gelungen. Überraschungen bietet der Stinker, der nach schlappen 50 Minuten etwas an Drive entwickelt, wohl nur für ein Publikum, dass nach 1930 nichts mehr an Filmschaffen wahrgenommen hat. Hält man sich das Game mal im Verhältnis zum Script und zum fertigen Film vor Augen, findet man schnell das Fazit heraus, dass jeder einzelne Frame einem vermitteln möchte:
„Meine Mutti war eine fröhliche Junkie-Hure und ihr habt bestimmt Spaß daran mich als ihr geistig stark minderbemitteltes Kind auf die Schnauze fallen zu sehen.“
Recht nah an der Vorlage zu sein, muss nicht zwangsläufig gut sein. Da hat man gut Geld gespart wenn man einfach jemandem beim Doom-Zocken zuschaut. Essenziel ist das sogar noch spannender.

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