Ballern galore – nicht mehr und nicht weniger steht einem Film wie „Doom“ auf die Stirn geschrieben und wenn schon aus einem so eindimensionalen Baller- und Sammelspiel ein Drehbuch geschneidert wird, dann sieht das zwangsläufig nach Brechstange aus.
So ließ man dann auch mit Andrzej Bartkowiak einen ausgeprägten Action-B-Spezialisten auf den Regiestuhl, damit es ordentlich kracht, aber nicht so prätentiös übersteigert und lächerlich wird wie bei den Endprodukten unseres Resident-Evil-Spezis Paul Anderson.
Das ermöglicht natürlich keine filmischen Offenbarungen oder Visionen, aber vielleicht solide Handwerksware.
Nun kann man das schon mal als Todesurteil für so eine Art von Film ansehen, man kann es auch konsumieren und vergessen. Ich sehe es eher als Letzteres.
Wenig einfallsreich wie erwartet das Drehbuch: die höllischen Heerscharen scheinen auf dem Mars los zu sein, in einem separaten Bereich der dortigen Stadt/Station, gehen die Mutanten um, da hat doch wieder jemand nicht aufgepasst.
Also her mit den Marines, um die Gefahr wegzupusten. Die Jungs leiden trotz ihrer Artillerie deutlich unter den Enthüllungen und Anforderungen, aber ein aufrechter Recke rettet am Ende natürlich den Tag, schließlich geht’s um seine Schwester oder so…
„Doom“ kommt schlicht und einfach wie ein „Aliens-Die Rückkehr“-Derivat daher, da wird viel in dunklen Gängen rumgewandert, bis irgendwann die Monstren und Mutationen aus den Schränken stürzen. Immer wieder mal Ballereien und ein paar saftige Fights, eingestreut ein paar Erkenntnisse rund um den Marsfluch und mögliche genetische Übermenschen (Hallo, 24.Chromosomenpaar!).
Gängeschleichen ist natürlich schon längst abgedroschen, aber ein kantiges Charaktergesicht wie das von The Rock wertet natürlich vieles auf, bis dann endlich so gut wie alle Helden ins sprichwörtliche Gras gebissen haben. Strahlemann ist hier der mürrische Karl Urban, der in Jacksons „HdR“-Trilogie ja den Eomer gegeben und geritten hat.
Ansonsten liegt vieles im Film im Schatten und fragt sich, ob man das Budget nicht einfallsreicher umsetzen lassen können, aber immerhin muß man sich auch nicht in jeder Szene ärgern und winden.
Trotzdem wäre das alles reichlich fade und abgeschmackt, rettet sich aber ins Klassenziel durch die finale First-Person-Shooter-Sequenz, in der man aus der Perspektive des frisch verchromosomten Urban eine Fünf-Minuten-Baller-und-Motorsägreise durch das Monsterlabyrinth machen kann. Das macht durchaus Spaß und hat erstmals einen Schimmer von der Wirkung, auf die sich Gamefreaks in den faden Verfilmungen wohl so gern einen schleudern.
Trotzdem kann ich mich an Details am nächsten Tag kaum noch erinnern, aber Magenschmerzen hatte ich auch nicht. Also Fastfood-Wegwerfkino, reinste Form. (5/10)