Die Verfilmungen von Videospielen nehmen kein Ende. „Tomb Raider“, „House of the dead“, „Mortal Kombat“, ja sogar „Tekken“ wurde zum Anime verwurstet.
In dieser Reihe darf „Doom“ natürlich nicht fehlen, da das kultige Spiel schnell auf dem Index landete und somit seinen Fankreis vergrößerte.
Leider vergessen die Filmemacher oft, ein fesselndes Gameplay auf ihr Produkt zu übertragen. Im Fall von „Doom“ kann man die Handlung getrost vergessen. Satte Action mit viel Gewalt und urige Monster will der Zuschauer sehen. Doch irgendwie verknüpft Regisseur Bartkowiak beides nur sehr halbherzig miteinander.
Entsprechend behäbig kommt der Streifen in Fahrt, wenn ein paar stahlharte Marines unter der Leitung von Sarge („The Rock“) auf dem Mars eintreffen, um ein paar Wissenschaftlern zu helfen. Erstmal schön die emotionslosen Charaktere vorstellen, einschließlich des Soldatenbruders Grimm (Karl Urban) und seiner Schwester Sam (Rosamund Pike), die scheinbar etwas von Gen-Experimenten weiß. Durch diese entstehen mal wieder Monster, Mutationen, Zombies und Ungeziefer, die dann in der zweiten Hälfte endlich für Bewegung sorgen. Leider aber zu wenig für einen Actioner dieser Art, zu häufig bremsen unnötige Dialoge über Forschungen und Soldatengehabe den Drive.
Zugegeben, die Ballereien können sich sehen lassen und auch die Monster sind ansprechend, wenn auch nicht vielfältig, gestaltet worden. Mit der Darstellung von Gewalt hält man sich nicht zurück, es artet zwar nicht zum Schlachtfest aus, aber einige Opfer werden unfein gegen Wände geschleudert und auch die mutierten Wissenschaftler triefen aus allen Poren.
Passend unterlegt von einem fetzigen Score, finden sich mit den Fights die ansprechendsten Szenen des Treibens.
Leider sind die Kulissen etwas spärlich geraten, da freut man sich schon über „Nano-Wände“. Etwas ärgerlich hingegen ist die oftmals zu geringe Ausleuchtung der Sets, was da Atmosphäre schaffen sollte, lässt allenfalls den Helligkeit/Kontrast-Regler am Bildschirm des Zuschauers bewegen. Und wenn ein Soldat mit stets eingefrorener Mimik abermals durch dunkle Gänge schreitet, hat man zumindest Zeit, eine Handvoll Katzenhaare von der Couch zu wischen.
Mal wieder werde ich den Eindruck nicht los, dass da mehr drin gewesen wäre. Weniger krude Handlung, mehr satte und temporeiche Monsteraction.
Und wäre es nicht mal den Versuch wert, einen kompletten Film aus der First-Person-Perspektive zu drehen, wie es hier in den letzten Minuten ansprechend integriert wurde?
Zumindest wird dem Zuschauer dadurch eher eine Nähe zum Geschehen vermittelt, die hier größtenteils ausbleibt.
Ausleihen, konsumieren und wieder vergessen…
5 von 10 Punkten