Niemand sollte behaupten, er hätte sich zu dem Konsum eines Filmes wie „Doom“ durchgerungen und wäre nun enttäuscht wegen der platten Story. Man kann bei den scheinbar wirtschaftlich erfolgreichen Verfilmungen von Videospielen (so weit ist es schon gekommen!) auf nichts anderes setzen als auf gutes Geballer und ordentliche Kämpfe. Und bitte, wenn das bei „Doom“ nicht funktioniert – wo dann. Zumal mit The Rock noch ein (nennen wir ihn mal) Schauspieler verpflichtet wurde, der sicher nicht für hochwertige Mimik, dafür aber für „Mächtig auf die Fresse“ steht.
Also: Hirn aus und Film rein.
Was nun kommt ist schlicht entsetzlich. Dieser Film ist nicht spannend, nicht so blutig, wie es das Spiel versprach, billig gemacht, schlecht gespielt und in der Umsetzung der Ballereien naiv bis armselig. Der Soundtrack ist ein Witz, Kamera und Schnitt ideenlos und der Beleuchter war wohl auf dem Klo. Keiner der Handlungsfäden ist stimmig; kein Charakter funktioniert, die Dialoge sind wie aus der Muppet-Show. Mal abgesehen von der kurze Phase, die kurz nach der Injizierung des C24 (Harhar, da haben wir in Bio wohl so gar nicht aufgepasst) das Wesen des Ego-Shooters recht ordentlich wiedergibt, ist der Film der reinste Schrott. Und wenn das jemand sagt, der sich ausschließlich auf gut gemachtes Geballer eingestellt hatte, d.h. seine Ansprüche auf ein Minimum reduziert hatte, will das schon etwas heißen.
Da wird immer auf Herrn Boll rumgehackt. Der kann wenigstens simple Aufgaben umsetzen. Was die Macher von „Doom“ abliefern, spottet jeder Beschreibung. Man hat wohl übersehen, dass die „Vorlage“ ein Angriffsspiel war. Die mehr als peinlich agierenden Soldaten sind aber in der ersten Hälfte des Films ein Debatierklub und danach laufen sie nur weg. Oder verstecken sich auf dem Klo und rufen nach Hilfe...
Da werfen wir doch „Doom“ flink auf den Müll und sehen und noch einmal „Aliens“ an. Dort funktioniert die Synthese aus Großmäuligkeit und Beklemmung. Oder vielleicht doch „Alone in the Dark“?
Ich habe Doom wirklich gerne gespielt. Und es war klar, dass eine Filmadaption nicht zwingend funktionieren muss. Aber dass der Versuch so gründlich in die Hose geht, hätte ich beim besten Willen nicht gedacht. Und ich nehme mir fest vor, nie wieder einen Film mit The Rock zu sehen. Das halte ich einfach nicht aus.
„Doom“ hat nicht mehr als einen Punkt verdient. Er bekommt trotzdem 2, um die kurze Ego-Shooter-Phase zu würdigen. Auch wenn sich hier das Gefühl einschleicht, man habe einen ordentlicher Teaser für einen wirklich schlechten Film gedreht und auf Kraft in die nicht vorhandene Handlung einbezogen. In Summe in ganz übles Machwerk billigster Sorte.