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Was bekommt man, wenn man ein Computerspiel verfilmt, das im Grunde genommen gar keine Story hat? Heraus kommt „Doom“. Der Film zu der vielleicht berüchtigsten Spielereihe aller Zeiten. In den Games von id Software geht es nur darum erschreckt zu werden und zu töten. Eine Hintergrundstory gibt es zwar, doch wohl auch der ausgiebigste Spieler wird sie nicht kennen. Insofern ist diese Verfilmung ein Witz. Man hätte den fertigen Film auch „Alarm auf Raumstation 3“ nennen können, ohne groß etwas an dem fertigen Produkt zu ändern. Da Spielverfilmungen aber gerade „in“ sind („Resident Evil“, „Silent Hill“), schnappte sich Universal die Lizenz und drehte einen optisch beeindruckenden, aber seelenlosen „Predator meets Alien im Weltall“-Actioner, der nur durch einige „First Person“-Sequenzen an die Spieleklassiker erinnert.

Wer intelligente Action erwartet, liegt hier also falsch. Viel mehr erinnert der Film an eine moderne Version des eben schon erwähnten Schwarzenegger-Krachers „Predator“. Eine Spezialeinheit hat den Auftrag, einen Ort von gefährlichen Monstern zu befreien. Kämpften die Soldaten um Schwarzenegger in einem Urwald, dirigiert The Rock als eine Art moderner Schwarzenegger seine Mannen in eine Raumstation. Inhaltlich auf ähnlichem Niveau gelagert, liefert die Location zwar Raum für viele atmosphärische Schockmomente, doch dieser wird viel zu selten genutzt. Viel mehr steht das möglichst blutige Ballern im Vordergrund. Was der Computer so hergibt, wird in „Doom“ geschnetzelt, bis die Schwarte kracht. *SPOILER ANFANG* Der einzig originelle Einfall des Filmes ist, dass sich der eindeutige Hauptdarsteller des Filmes am Ende als Bösewicht herausstellt. So gibt es am Ende noch einen netten Schlußkampf zwischen The Rock und Karl Urban. *SPOILER ENDE*

Abgesehen davon ist „Doom“ von vorne bis hinten solide inszeniertes Gebrauchskino für die Generation Counterstrike, die mit „Doom“ mehr verbindet, als mit dem oftmals erwähnten „Predator“. Alten Actionfans fällt an dieser Stelle allerdings einmal mehr auf, dass gute handgemachte FX immer besser aussehen, als die in „Doom“ verwendeten CGI-Effekte. Mittlerweile sind allerdings Computereffekte viel preiswerter geworden, als die herkömmlichen. Insofern sind diese auch immer seltener zu sehen. Schade eigentlich.

Der Film unterhält durchaus über seine Spielzeit, ist aber auch schnell vergessen. Dies liegt zum Einen an dem Mangel an Story, zum anderen auch an den schauspielerischen Leistungen. Alle Darsteller wirken austauschbar und blaß. Selbst der Star The Rock wirkt wie das Klischee eines harten Soldaten. Wo Schwarzenegger mit seinen begrenzten schauspielerischen Mitteln immer noch ein Augenzwinkern erzeugte, wirkt The Rock wie eine nagelneue „GI Joe“-Puppe: Schön anzusehen, doch irgendwie ohne Charakter. Dies gilt zumindest für diesen Film. Dass er es auch besser kann, hat er in „Welcome to the Jungle“ bewiesen.

Alles in allem kann man den Film in einer Videorunde durchaus ansehen. Die harten Einlagen unterhalten männliche Durchschnitts-Actiongucker durchaus. Wer aber von einem Actioner mehr erwartet, wird bei „Doom“ wohl nicht fündig werden. Größter Kritikpunkt ist dabei die erwähnte Seelenlosigkeit dieser Mainstreamproduktion.

Fazit:

6 / 10

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