Review

Was erwartet man, wenn man ein Spiel wie Doom3 spielt?
Was erwartet man dann, wenn man den Film Doom einlegt?
Und was erwartet man, wenn man über Doom - Der Film nur negative oder wenig berauschende Kritik zu hören bekommt?

Die Antwort ist: Nicht immer das, was man bekommt!

Gleich zu Beginn: Der Film ist nicht schlecht. Er ist nur nicht so, wie das Spiel!

Ich war schon sehr gespannt auf Doom - Der Film, da ich selbst begeisterter Fan von der ( hierzulandes bis Teil drei indizierten ) Spieleserie bin. Natürlich erwartete ich das übliche Spieleszenario: Die Forscher auf dem Planeten Phobos öffenen bei archeologischen Ausgrabungen das Tor zur Hölle und alle auf dem Planeten ( ausser einem Paar armen Opfern, die im späterern Spielverlauf dennoch auf meist kreative Art und Weise dahinscheiden ) sind tot oder in Zombies und/oder Monster verwandelt. Doch der Spieler ist ganz alleine als Supersoldat unterwegs ( der ja auch nebenbei mit dem Maschinengewehr so treffsicher ist, wie ein Scharfschütze auf 20 m mit einem Zielfernrohr ) und kann - durch demensprechende Artefakte oder Power-Ups im Spiel - die Monster durch bloßes Boxen zum Explodieren bringen.
Nun da eine solche, von Intelligenz strotzende Story nicht 1:1 umgesetzt werden kann, ist - so hoffe ich, an die Vernunft der Spielergemeinde appelierend - sie eben etwas abgeändert worden. Ja, das Tor zur Hölle hätte vielleicht platz in der Story gefunden, aber nicht der überentwickelte Soldat. Zudem hätte die Story - selbst wenn man sie nach Doom3 aufgezogen hätte, einfach keine Figuren ausser dem Held gehabt. Alle Forscher und Sidekicks, die man zur Verfügung hat, segnen entweder das Zeitliche oder verstecken sich irgendwo in Schächten oder Sicherheitsräumen. Und ich muss sagen, ich würde es als sehr langweilig empfinden, nur zuzusehen, wie ein einzelner Mann immerzu auf Monster im Dunkeln schießt. Das geht - wie im Film eben auch - vielleicht 10-15 minuten, aber nicht länger. Dann sollte sich schon etwas entwickeln, was über pure Gewalt hinaus geht.

Nun aber wieder zurück zum eigentlichen Film:
Die Schauspieler agieren meist recht übertrieben und die Sprüche sind oft flach wie ein Brett, passen aber ins Gesammtbild des Films. Gegenstimmen werden zudem sagen, für einen Sci-Fi Horror zu wenig Monster ( und vielleicht auch Blut, je nach dem wie Blutrünstig ein Sci-Fi - Horrorfilm für Sie sein muss... ! ) und für einen Sci-Fi - Actionfilm zu wenig Action enthalten ist. Doch ich sage ich würde mir Doom - Der Film gar nicht anders Vorstellen. Meine Lieblingsmonster sind drin, ja, selbst das alte Doom - Titellied wird beim Egoshooterstück am Ende des Films eingespielt ( wobei die Egoshooterszene bei weitem nicht die einzige gute Szene des Films darstellt, wie bei so vielen Reviews schon erwähnt ). Sehr überzeugend - für meine Verhältnisse - spielt The Rock als Sarge ( auch wieder eine kleine Anspielung auf das Spiel ), vor allem. wenn er mutiert irre in die Kamera sieht. Der größte Wehrmutstropfen für mich war jedoch der doch recht oberflächliche Held, bei dem weitaus mehr Charakter drin gewesen wäre ( trozt Storyvertiefungsversuche durch seine Schwester und die Hintergrundgeschichte, die dadurch erzählt wird ). Trotzdem: Sehen Sie sich den Film selbst an und machen sie sich - unbeeinflusst von jeglicher Kritik - ein eigenes Bild.

Pro/Contra:

+ Szenerie gut getroffen
+ Teils ( vielleicht unfreiwillig ) lustige Kommentare
+ Cooler Sarge
+ Haufenweise Anspielungen auf Doom-Spiele ( Soundtrack )
+ Glaubwürdigeres Szenario und Held als bei der Orginal Story
+ Hervorragende Ego-Perspekiven-Szene

- Stellenweise klägliche Versuche, das Ableben der Figuren dramatischer zu machen
- Flache Story ( aber was kann man sonst noch aus Doom machen ? )
- Flache Sprüche

Wertung: 08/10

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