Im Jahr 2046 wird eine Forschungseinrichtung auf dem Mars – die sogenannte Olduvai Station – von seltsamen Kreaturen überrannt. Daraufhin wird ein Söldnerteam unter der Führung von Sarge (Dwayne Johnson) entsandt, um die Ursache zu klären und das Problem zu beseitigen. Mit dabei ist auch John "Reaper" Grimm (Karl Urban), dessen Schwester auf der Station arbeitet. Vor Ort stoßen sie auf grausame Experimente, mutierte Wesen und die düstere Wahrheit hinter einem mysteriösen 24. Chromosom, das Menschen in Monster verwandelt – oder in übermenschliche Kämpfer. Der Überlebenskampf beginnt.
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Zwischen Vorlage und Verwirrung
Doom ist das, was passiert, wenn man versucht, eine Videospielverfilmung halbherzig ernst zu nehmen und dabei irgendwie vergisst, worum es im Spiel eigentlich ging. Der Film orientiert sich stark an Doom 3 – das heißt: weniger Dämonen aus der Hölle, dafür mehr genetische Experimente, düstere Gänge, wissenschaftliche Labore und ein insgesamt viel ernsterer Ton.
Man hat sich bemüht, die Optik und Atmosphäre des Spiels einzufangen – das klappt streckenweise auch. Der Film ist düster, klaustrophobisch, nutzt enge Korridore, Taschenlampenlicht und flackernde Neonröhren – fast schon wie ein Survival-Horror. Nur blöd: Doom war nie ein Survival-Horror, sondern pure Höllen-Action mit Vollgas. Und genau da verliert sich der Film in seinem eigenen Anspruch.
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Söldner voller Stereotypen
Die Truppe um Dwayne Johnson besteht aus den üblichen Abziehbildern: der stille Psycho, der Rookie, der Harte, der Kiffende, der Lustige – aber keiner davon wirkt greifbar oder sympathisch. Johnson selbst spielt... naja, sich selbst. Wie in jedem seiner Filme, nur hier eben mit etwas mehr "Mean Guy"-Attitüde, bis er sich im Finale zum Antagonisten verwandelt – was zwar überraschen kann, aber nicht wirklich beeindruckt.
Karl Urban gibt sich als Reaper zumindest Mühe, bleibt aber letztlich auch farblos und hölzern. Die Dialoge sind flach, die Beziehungen zwischen den Figuren kaum ausgearbeitet, und man hat oft das Gefühl, dass der Film einfach keine echte Richtung findet.
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Effekte, Atmosphäre & Ego-Shooter-Modus
Was man dem Film lassen muss: Einige der praktischen Effekte – etwa bei den Monsterdesigns – sind gut gelungen. Viele der Mutationen wurden handgemacht, was schön oldschool wirkt. Leider trifft das nicht auf alles zu: Die CGI ist teilweise sehr schlecht gealtert, besonders bei den Actionszenen, was den Gesamteindruck deutlich schmälert.
Das größte Highlight bleibt die First-Person-Sequenz gegen Ende: Aus der Ego-Perspektive kämpfen wir uns mit Reaper durch eine Mutantenhorde – eine direkte Hommage ans Gameplay der Vorlage. Für Fans ist das ein kleines Geschenk, das für einen kurzen Moment vergessen lässt, dass der Rest des Films eher wie eine Sci-Fi-Version von „Resident Evil: Apokalypse“ wirkt.
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Hintergrundinfos
Dwayne Johnson war ursprünglich für die Hauptrolle (Reaper) vorgesehen, entschied sich aber bewusst für die Rolle des Sarge, weil sie „interessanter“ sei.
Der Film wurde komplett in Prag und auf Malta gedreht, wo riesige Sets gebaut wurden, um die Marsstation realistisch wirken zu lassen.
Trotz des Rufs als Flop spielte Doom weltweit über 58 Millionen US-Dollar ein – bei einem Budget von rund 60 Millionen.
Die Ego-Shooter-Szene wurde in mehreren Tagen mit einer speziellen Kamerarüstung gedreht und sorgte damals für viel Gesprächsstoff.
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Fazit
Mut zur Vorlage hätte geholfen
Doom hat ohne Frage einige coole Ideen, aber keinen klaren Fokus. Weder wird das Spiel wirklich treu umgesetzt, noch gelingt es dem Film, sich als eigenständiger Sci-Fi-Horror zu etablieren. Der Versuch, alles etwas „seriöser“ und „wissenschaftlicher“ zu machen, raubt dem Ganzen die Seele. Und wenn dann auch noch die Charaktere keine Bindung zum Publikum aufbauen, bleibt nur der eine oder andere „So schlecht, dass es schon wieder unterhaltsam ist“-Moment übrig.
Ein Film für einen vernebelten Abend mit Bier, Chips und null Erwartungen – dann kann man vielleicht sogar Spaß daran finden. Ansonsten: Ein Reboot wäre dringend nötig. Und diesmal bitte mit echter Höllen-Action und fettem Soundtrack.