„The Hit List“ bekam hierzulande wahrscheinlich den Titel „Private Bodyguard“, um an den Costner-Erfolg zu erinnern und so mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.
Charlie Pike (Jeff Fahey) hat einen ungewöhnlichen Job: Menschen ermorden. So zieht er sich auch nur scheinbar mit einer Prostituierten aufs Hotelzimmer zurück. Denn er von dem Balkon aus seilt er sich zum Zimmer einen Stock tiefer ab, erledigt dort einen Drogenboss und ist zurück ehe der Prostituierten etwas auffällt. Ein Killer als Protagonist, das gab es schon öfter, aber im Vergleich zu ähnlichen Rollen gewinnt die Figur des Charlie Pike während der Einführung kaum Profil.
Von seinem Chef Peter Mayhew (James Coburn) wird Charlie nicht nur bezahlt, sondern auch überredet, sich noch ein weiteres Jobangebot anzuhören, obwohl er eigentlich nicht möchte. Auftraggeberin ist die Witwe Jordan Henning (Yancy Butler), die nach der Ermordung ihres Mannes um ihr Leben fürchtet. Hier könnte man auch aufgrund des deutschen Titels eine „Bodyguard“-Kopie erwarten, doch immerhin geht „The Hit List“ eigene Wege.
An sich will Charlie den Job nicht annehmen, denn er soll jemanden töten, damit Jordan ihre Rache bekommt. Doch dann stellt er fest, dass er mit der Zielperson auch noch eine Rechnung offen hat. Er führt den Job aus, tappt damit jedoch in eine Verschwörung mit ungeahnten Ausmaßen…
„The Hit List“ entpuppt sich als ziemlich dröger Verschwörungsthriller mit diversen Längen. Vor die Tatsache, dass sich Charlie und Jordan ineinander verlieben, wird komplett unglaubwürdig erzählt: Die beiden haben sich dreimal kurz getroffen und sind sofort füreinander entbrannt – das glaubt keine Sau. Leider wird dieser Aspekt bald zu einem zentralen Element in dem Plotgewusel, weshalb der Film immer dann sehr große Längen hat, wenn er sich mit der Lovestory beschäftigt.
Die Versuche die Geschichte mit Action aufzupeppen sind auch eher halbherzig, denn das Rezept eine Schießerei hier, eine Prügelei da erzielt keine wirklich aufregenden Ergebnisse. Dafür sind die gebotenen Actionszenen einfach zu unspektakulär und ragen auch nicht aus der Masse vergleichbarer Darstellungen heraus.
Die leider arg vernachlässigte Thrillerhandlung hat zwar ein paar nette Ideen, wird aber viel zu lahm an den Mann gebracht. So ist vor allem das Motiv für Charlies Auftragsmorde recht interessant, weshalb der Film es auch erstmal eine Weile geheim hält, aber das Komplott, in das sich Charlie und Jordan verstricken ist einfach zu wirr und konstruiert erdacht, um wirklich glaubwürdig zu sein. So folgt man der Handlung gelangweilt bis zum Ende, was immerhin eine Abwechslung zu Genrestandards bietet, den Film aber auch nicht mehr rettet.
Jeff Fahey und Yancy Butler sind an sich keine schlechten Darsteller, doch hier tun sie sich ziemlich schwer und können kaum überzeugen. Vor allem bei der Lovestory stimmt die Chemie zwischen ihnen einfach nicht. Ansonsten hat der Film immerhin einen gut aufgelegten James Coburn zu bieten und auch die Nebendarsteller sind ganz OK.
So bleibt trotz einiger guter Ideen ein wirrer und lahmer Möchtegernthriller mit nicht überzeugender Liebesgeschichte, bei dem auch die Aufbesserungsversuche durch Action fehlschlagen.