„Der Exterminator“ war zum Zeitpunkt seiner Entstehung und seines Einzuges in die Videotheken mit den Vorschusslorbeeren versehen, so ziemlich das härteste zu sein, was man sich ansehen kann. Ich muss zugeben, dass ich von dem damaligen Konsum nur die Nummer mit dem Hund und dem elektrischen Messer behalten hatte. So war es Zeit, diese Erinnerungen aufzufrischen.
Zwei Kameraden aus Vietnam bleiben Freunde in New York und müssen sich dort mit der allgegenwärtigen Kriminalität rumärgern. Als eine Gang dem einen mit einem Haken (?) das Rückrad bricht, brennt bei seinem Kumpel die Sicherung durch. Er macht sich auf zu einem Rachefeldzug gegen alle Ungesetzlichen.
Bei Licht betrachtet ist „Der Exterminator“ nichts anderes als Schrott. Er beginnt recht ordentlich in Vietnam. Dann lässt er aber schnell nach. Ich denke, dass Hauptproblem dieses Filmes ist Robert Ginty. Er ist schon zu dem Zeitpunkt, wo noch beide Freunde gemeinsam kämpfen, das Weichei. Er muss in Vietnam befreit werden und kann sich nicht mal gegen einen Kleingangster wehren. So glaubt man ihm einfach nicht, dass er dann plötzlich der große Kämpfer wird. Vielleicht hätte er besser den Haken in den Rücken gekriegt… Ginty sieht auch nicht aus wie der finstere Rächer. Da muss schon der Motorradhelm aushelfen, um ihm überhaupt eine Spur von Gefährlichkeit auf den Körper zu zaubern.
Story und Umsetzung sind ein echter Glickenhaus, der mit Ausnahme des aus meiner Sicht akzeptablen „Der Söldner“ keinen nennenswerten Genrebeitrag beisteuern konnte. Alles ist belanglos und unglaubwürdig. Machten sich andere Rächerfilme noch Gedanken über die Rolle der Polizei, wird hier nur ein wirrer Handlungsfaden abgeliefert. Da lobe ich mir doch „Deathwish“.
Man kann dem Film zu Gute halten, dass er sich bei den bescheidenen wirtschaftlichen Mitteln um ein vernünftiges Maß an Gewalt bemüht, die aber oft nur im Off passiert. Man hätte von dem Fleischwolf und dem Lötkolben aber mehr erwarten können, wenn die damalige Indizierung mit der damit verbundenen öffentlichen Diskussion gerechtfertigt gewesen wäre. Für lächerliche Szenen wie der Kampf in den Bierdosen ist eine FSK 6 mehr als ausreichend.
„Der Exterminator“ ist zu simpel, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Er sei all denen empfohlen, die Jugenderinnerungen auffrischen wollen. Alle anderen sind mit den ersten beiden „Deathwish“-Filmen mit Sicherheit besser bedient. Von mir bekommt er nur 3 von 10 Punkten.