Derber Selbstjustizfilm von James Glickenhaus neben dem selbst „Death Wish“ und „Mad Max“ noch moderat ausfallen, der jedoch recht unspannend daherkommt.
Dabei beginnt der Film ziemlich viel versprechend: Die G.I.s John Eastland (Robert Ginty) und Michael Jefferson (Steve James) werden im Vietnamkrieg gefangen genommen, können sich jedoch bei einem Verhör befreien und ihre Bewacher unter die Erde schicken. Das geht alles Schlag auf Schlag, die Explosionen sind bildschirmfüllend und der Actionfan hat seine helle Freude an dem Treiben.
Jahre später schleppen die beiden Kisten in einem Lager von New York und dürfen noch mal kurz heroisch werden, als es an das Verprügeln von einer paar Bierdosendieben geht. Leider sind die übelst angepisst, schnappen sich Michael als dieser alleine ist, vermöbeln ihn und demolieren sein Rückgrat mit der Gartenkralle plus, sodass dieser gelähmt ist. Damit hätten wir dann den Anlass, warum unser Held rot sehen darf wie einst Charles Bronson.
Praktischerweise hat John noch ein Waffenarsenal zu Hause (inklusive von der Army gemopstem M 16) und macht die Übeltäter platt. Das bringt ihn auf den Geschmack und von da an macht er wahllos Kriminelle, um sich in Bekennerschreiben „Der Exterminator“ zu nennen…
James Glickenhaus serviert einen simplen Gewaltkracher in „Death Wish“-Tradition, der erzreaktionär daherkommt: New York wird als einziger Sündenpfuhl von Prostitution, Verbrechen und Perversion dargestellt. Glickenhaus sorgt auch teilweise für stimmungsvolle Bilder, z.B. in der Creditsequenz, welche das nächtliche New York zeigt. Leider hat er oft mit Budgetknappheit zu kämpfen, sodass der Look zu oft nach Billigproduktion aussieht und so die Atmosphäre zerstört.
Doch wo Glickenhaus als Regisseur noch Akzeptables leistet, da versagt als Drehbuchautor, denn sein Script zu „Der Exterminator“ ist relativ spannungsarm. An sich besteht der Film bald nur noch aus einer losen Aneinanderreihung von Johns Gewaltakten, die Subplots um die polizeiliche Intervention in dieser Situation werden lustlos abgehandelt. Besonders sträflich ist die Tatsache, dass „Der Exterminator“ total lustlos endet: Ein Minishowdown, der nicht der Rede wert ist, plus obligatorischer Cliffhanger. Überraschende Wendungen sucht man indes über die gesamte Filmlänge vergebens.
Zweite Ursache für das Scheitern von „Der Exterminator“ ist die Armut im Bereich Schauwerte. John bringt die Verbrecher zwar extrem heftig zur Strecke und der Gewaltlevel von „Der Exterminator“ ist wirklich sehr hoch, doch meist handelt es sich nur um Morde und nicht um Actionszenen. Der Auftakt bleibt actionseitig das Highlight, ansonsten gibt es noch kurze Schusswechsel und Prügeleien zu sehen, die aber nicht so recht vom Hocker reißen.
Robert Ginty ist als Charles Bronson Ersatz auch keine Offenbarung, denn mit seinem stets gleichen, stets verkniffenen Gesichtsausdruck empfiehlt er sich nicht als neuer Actionheld. Immerhin Steve James leistet Ordentliches, hat aber in der Opferrolle wenig Screentime. Die Nebendarsteller sind solide bis mäßig, wirkliche Highlights gibt es auch hier nicht zu verzeichnen.
„Der Exterminator“ ist zwar hart und hat Atmosphäre, doch es mangelt an Spannung und (vom Auftakt mal abgesehen) Action. Nur was für die ganz harten Fans von Filmen im „Death Wish“-Stil, aber wer einen wirklich actionreichen Glickenhaus sehen will, dem sei „McBain“ wärmstens empfohlen.