Kenne ich persönlich James Glickenhaus bisher als B-Filmer par excellence, so war ich bei Sichtung des aus der Rächerfilmwelle gestrandeten "Exterminator" doch äußerst positiv überrascht, welche Qualität der Film mit dem ausgelutschten Thema von Beginn zum Ende halten kann.
Nach einem Vietnamtrauma, aus dem er sozusagen in letzter Sekunde von einem Einheitskumpel gerettet wurde, führt John Eastland ein ereignisloses Leben als Arbeiter an den Verladedocks von New York City.
Als sein zum besten Freund gewordener Retter das erste Mal von brutalen Dieben in die Mangel genommen wird, hilft er ihm.
Doch als dieser später von den Mitgliedern eben jener Gang erneut brutal überfallen wird und von nun an ans Bett und allerlei Schläuche gefesselt ist, nimmt John das Gesetz durchdacht und skrupellos in die eigene Hand.
Neben den sehr konsequenten und einfallsreichen Rächersituationen und dem dabei stets ruhig handelnden Hauptcharakter beeindrucken vor allem die Bilder aus der zum Moloch werdenden Großstadt New York. Die mit ruhiger Musik unterlegte Ein- und Ausgangssequenzen sind dabei die Highlights in einem untypisch gefilmten und sehr guten Großstadt-Krimi.
Die Nebenplots von Johns Aufspürung und der damit verbundenen Liebesgeschichte zwischen dem ermittelnden Detective und einer Ärztin sind eine nette Abwechslung aber im Grunde nur schmückendes Beiwerk.
Im Zuge des 80er-Kinos eine durchaus lohnenswerte Sicht auf die Dinge und trotz einiger Action-Szenen eher ein handgemachter Cop-Krimi der guten alten Schule, der zwar mit Brutalitäten nicht direkt geizt, sie aber - ebenso wie "Scarface" - selten offensichtlich zeigt.
Im direkten Vergleich mit dem Bronson-Klassiker "Ein Mann sieht rot" für mich der bessere Film.