Amerikanisches Comedygenie von heute trifft auf die wohl komischste Blödel-Reihe der 60er. Steve Martin, lange Zeit einer der absoluten Topstars unter den komischen Hollywoodsternchen, macht sich, zusammen mit Regisseur Shawn Levy sowie dem ebenfalls genialen Kevin Kline und Frankreichs Importschlager Nr. 1 Jean Reno daran, dem "Rosaroten Panther" ein ehrwürdiges Remake zu schaffen. Doch die Anzeichen standen schon von vorne herein schlecht. Viel zu oft musste Levy seinen Film umschneiden und verschieben. Und einem so genialen Original ein ebenbürtiges Remake zu verschaffen, dass dürfte auch schwieriger sein, als man es sich in Hollywood je erträumt haben dürfte. Und so verwundert es auch nicht, dass die Kritiken den Martin-Film nahezu durchgehend in der Luft zerfetzten. Zu unrecht wie ich finde. Denn man muss einfach nur mal probieren, das Remake nicht mit dem Original zu vergleichen. Und wenn man das schafft, dann kann man auch durchaus seinen Spaß an diesem Panther haben, auch wenn er bei den Vorgaben noch wesentlich besser hätte sein können.
"Der rosarote Panther" ist eigentlich eine Klamauk-Klamotte wie sie im Buche steht. Der Witz besteht durchgehend aus schmerzhaftem Slapstickhumor, der mal mehr mal weniger zündet. Die Story dazu ist natürlich verhältnismäßig dünn und passt locker auf eine A5-Seite. Im Grunde geht es natürlich wieder einmal um den berühmtesten Edelstein der Welt, dem rosaroten Panther, der, verstrickt mit einen tückischen Mordfall, verschwunden ist. Der eigentlich hoch angesehene Chef-Inspektor Dreyfus beauftragt Inspektor Clouseau mit dem Fall, der sich seine Aufgabe auch sehr zu Herzen nimmt und mit allerlei Herzblut recherchiert und ermittelt. Dumm nur, dass der Inspektor nicht nur geistig stark beschränkt zu sein scheint, er hat auch zwei linke Hände (und Füße) und alles was er anfasst endet in einem Chaos. Kann er den Mörder dennoch fassen und den rosaroten Panther wiederbeschaffen? Und das wars dann auch schon. Wesentlich mehr Story wird dem Zuschauer nicht geboten. Alles hangelt sich mühelos an einem roten Faden entlang, der eigentlich auch nur als Aufhänger, für die mit Gags nur so gefüllte Maschinenpistole, zu betrachten ist. Und nach Logik und Tiefgang sollte man erst recht nicht Ausschau halten. Hier ist alles wirklich so furchtbar dünn, wie man es auch schon aus den meisten anderen Kalauer-Streifen gewohnt ist.
Aber schließlich kommt es bei einem Klamauk-Festival wie diesem hauptsächlich auf die Gags an, ob der Film am Ende funktioniert oder nicht. Und da muss man, wie schon erwähnt, leider feststellen, dass maximal nur jeder zweite Gag funktioniert und wirkliche Brüller absolute Raritäten sind, auch wenn es unterm Strich doch mehr zu lachen gibt, als wie es uns die meisten Kritikerfuzis weiß machen möchten. Wenn es Clouseau z. Bsp. nicht schafft mit seinem Smart, ohne Schaden, in eine meterlange Parklücke einzuparken, wenn er nach einem Kampf so tut als ob er alle Gegner selbst erledigt hat, obwohl dafür eher sein Partner zuständig ist oder er bei einem Gefangenen seine, zum Brüllen komische, "Guter Cop - Böser Cop"-Masche durchzieht, dann kann sich der Zuschauer schon einmal biegen vor lachen. Ganz anders dagegen Z. Bsp. beim sehr platten Furzer-Witz in einem Tonstudio, Clouseaus totnervenden Versuchen aktzentfrei amerikanisch zu sprechen oder einer gar fürchterlich übertriebenen Hotelzerstörungsszene, die wirklich so derart übertrieben dämlich geraten ist, dass einem nicht mal mehr ein leichtes Kichern über die Lippen kommt. Alles in allem halten sich die wirklich guten Gags mit den wirklich schlechten Gags die Waage und dazwischen gibt es allerlei Schmunzelwerk zu betrachten.
Wirklich gelungen ist dabei allerdings das ganze Drumherum. Denn was die Inszenierung als solches angeht, gibt es eigentlich nicht allzu viel zu meckern! Angefangen beim prächtig gelungenen Vorspann, der in typischer Pink Panther-Manier, mit Paulchen Panther in Hauptrolle, gleich eine wohlige Atmosphäre aufbauen kann und einem für kurze Zeit in Erinnerung an die alten Film schwelgen lässt. Dann die wunderbare Kulissenauswahl von Frankreich, die ebenfalls für eine gewisse PP-Atmosphäre gut ist. Dazu die herrlichen Klamotten der Darsteller, allen voran natürlich von Martin persönlich, der in seinen viel zu kurzen Klamotten einfach zum Brüllen komisch aussieht. Und natürlich darf man auch die Musik nicht vergessen, die glücklicherweise (nahezu) komplett aus dem berühmten PP-Theme besteht, natürlich in allem möglichen Variationen. Wesentlich näher hätte man, in punkto Inszenierung, jedenfalls nicht an die guten alte Panther-Filmreihe herankommen können.
Und auch die Darsteller geben eigentlich allen Grund zur Freude. Hauptdarsteller Steve Martin ist zwar bei weitem kein zweiter Peter Sellers, doch seine Verkörperung des trotteligen Inspektor Clouseau hat seinen ganz eigenen Charme. Kaum ein zweiter, hätte wohl heutzutage so einen depperten Charakter so glänzend spielen können, wie er. Wenn man den Fehler macht und Martin mit Sellers vergleichen würde, dann müsste man sicher Abstriche machen, doch wenn man dies nicht tut, sondern Martins Clouseau-Vorstellung als seine völlig Eigene betrachtet, dann kann man eigentlich wirklich nur Gutes von ihm berichten.
Dazu dann noch so manch anderes großes Gesicht wie Kevin Kline, der hier einen herrlich fiesen und vom Pech verfolgten Insp. Dreyfus verkörpert. Auch wenn er alles in allem noch etwas mehr aus seiner Rolle hätte herausholen können, so kann man mit seiner Leistung dennoch zufrieden sein und über seine wenigen Auftritte (meist) aus vollem Hals lachen. Und dann noch ein herrlich witziger Jean Reno, der hier seine komisches Talent ebenfalls bestens zur Geltung bringt. Nur auf Beyonce Knowles hätte man gepflegt verzichten können, denn außer gut singen und sexy aussehen, hat sie leider nicht allzu viel drauf, zumindest wenn man ihr Schauspielertalent betrachtet. Aber nun gut, fürs lüsterne (männliche) Auge hat sie dennoch unheimlich viel zu bieten!;)
Fazit: Alles in allem ein eher durchschnittliches Remake, zu einem der besten Klamaukstreifen aller Zeiten. Zwar sind die mitunter harschen Kritiken aller Orts größtenteils übertrieben, doch etwas mehr als das Endergebnis hat man sich, bei der Vorlage und dem Cast, dann doch gewünscht. Unterm Strich bildet der aktuelle "Rosarote Panther"-Film eine Mischung aus wenigen Brüllern, viel Schmunzelware und manch heftigem Blindgängern, die nur recht mühselig, von seinen brillanten Darstellern, sowie der gelungenen Inszenierung, überdeckt werden können. Wer mit Klamauk etwas anfangen- und die Originalreihe für 90 Minuten vergessen kann, der wird recht solide unterhalten. Ansonsten ist man aber bei den Sellers-Filmen dennoch wesentlich besser aufgehoben!
Wertung: 5/10 Punkte