Review

Bei ihrer Reise durch die Südstaaten werden die beiden Freunde Billy und Stan fälschlicherweise wegen Mordes verhaftet und vor Gericht gestellt. Ihre Verteidigung übernimmt Billys Cousin Vinny, der zwar Anwalt ist, aber das erste Mal vor Gericht agiert. Was so ziemlich die Ausgangslage dieser von Jonathan Lynn inszenierten Komödie zusammenfasst. Die Rolle der Titelfigur Vinny ist Joe Pesci wie auf den Leib geschneidert, obwohl er bei der Besetzung nicht die erste Wahl war. Und ist seine Unerfahrenheit anfangs vielleicht noch etwas nervig, so wandelt sich das im Laufe der etwas überdimensionierten Laufzeit von zwei Stunden. Denn „My Cousin Vinny“ hat viel von einer typischen 90er-Komödie und so ist der Fortgang des Szenarios wenig überraschend, aber insgesamt doch sympathisch.

Neben Pesci glänzt auch Marisa Tomei als dessen Verlobte Mona Lisa, die ebenso beredt agiert und mit sich mit Vinny manche Auseinandersetzung liefert. Fred Gwynne sieht man als Richter hier in seiner letzten Rolle. Die beiden Jungs auf der Anklagebank, gespielt von Ralph Macchio und Mitchell Whitfield, sind da eher Staffage und dann zu gebrauchen, wenn sie der Figur Vinny dienen. So wie in einer der witzigsten Szenen, wenn Vinny die beiden erstmalig im Gefängnis aufsucht.
Apropos Verwechslung. Dass die beiden Herren die Lage zu Beginn derart eskalieren lassen und dieses Missverständnis so wächst ist arg konstruiert. Aber andernfalls gäbe es den Rest vom Film nicht. Das sollte man schlucken, ebenso dass manche Zeugen eingeführt werden, nur damit Vinny später was zum auseinandernehmen hat.
Das Szenario ist auf seine Figur ausgelegt, das merkt man durchweg. „My Cousin Vinny“ macht meist Spaß, wenn er sich auch hier und da kurz mal schleppt und nicht jede Idee (Pflichtverteidiger) zündet. Er fängt sich aber immer wieder und gerade Richtung Finale dreht er dann nochmal auf. Ein bisschen Stadt vs. Land gibt’s auch, meist entsteht der Witz aber aus Vinnys Charakter, seiner groben und hibbeligen Art.

„The Klan's here. They're inbred. They sleep with their sisters.“

Die von Joe Pesci und auch Marisa Tomei getragene Gerichtskomödie hat in ihren guten Momenten Verve und Esprit. Nicht immer, aber öfters. So gehen die zwei Stunden gut rum, Pesci liefert mit seiner Art ab und insgesamt macht man mit „My Cousin Vinny“ nichts falsch, wenn man eine Komödie aus den 90ern sucht, die zwar keine Überraschungen bietet und nicht ohne Klischees auskommt, aber mit Charme aufwarten kann.

Details
Ähnliche Filme