Review

Story:
Ein junger Mann (Nicolas Cage), aus einer Immigranten-Familie stammend, wird Zeuge einer blutigen Schiesserei. Dabei verschiesst er sich in die Knarren, eine Leidenschaft hat begonnen und aus dem Nichts hat er seine Berufung entdeckt: Das Handeln und Transportieren von Waffen. Yuri Orlov, das ist sein Name, überzeugt seinen kleineren Bruder Vitaly (Jared Leto) zusammen ins Geschäft einzusteigen und gemeinsam reich zu werden. Obwohl sie anfangs von den Grossen der Branche nicht beachtet werden, machen sie ihre Sache gut und vor allem Yuri scheint seinen Traumberuf gefunden zu haben. Der Job mit dem er sich alle Träume erfüllen kann, nur blöd dass ihnen Interpol, insbesondere Jack Valentine (Ethan Hawk), stets auf die Schliche kommt und Vitaly eine Koksnase ist. Aber egal, auch alleine ist Yuri spitze in dem was er tut, so wie manche an der Börse spekulieren, spekuliert er auf politischen Entscheidungen, um seine Waffen an die richtigen Leute zu bringen, was weitaus profitabler als der Aktienmarkt zu sein scheint. Zwar sind seine Geschäfte illegal, natürlich...aber nur so konnte er seine Traumfrau (Bridget Moynahan) erobern, hat ein wunderschönes Penthouse, ist stinkreich und zudem, warum sollte man mit einer Sache aufhören, in der man doch so gut ist...?

Das war ein sehr einfacher Umriss von dem, was in "Lord of War" so alles auf einen zukommt. Es ist nicht ganz einfach diesen Film in Kürze zu beschreiben, da sehr viel passiert und das Gesehene öfter auf sehr spezielle, kreative Art und Weise präsentiert wird (z.B. als die Afrikaner im Zeitraffer das Flugzeug auseinander nehmen :-))! Der Film hat einen wirklich sehr speziellen Erzählrhythmus und wirkt teilweise auch ein bisschen schräg...z.B. ganz am Anfang, wo während den "Opening Credits" der Leidensweg einer Gewehrkugel dargestellt wird und man ziemlich schnell merkt, dass der Film provozieren will und das mit einem amüsanten Beigeschmack! Nachdem die Kugel in Afrika, im Gehirn eines kleinen Jungen endet, spricht Yuri Orlov, in einem Hülsenmeer stehend, zum Zuschauer und fängt an zu erzählen...die Geschichte beginnt.
Und die Geschichte ist gut, sehr gut sogar. Gespickt mit wichtigen weltpolitischen Ereignissen, die nicht immer ganz wahrheitsgetreu sind, führt uns Yuri durch sein aufregendes und abwechslungsreiches Leben.
Und schon bald begleitet man Yuri auf seinem Arbeitsweg und beobachtet ihn, wie er Interpol einen Streich spielt oder sich mit seinen schwarzen "Freunden" in Liberia trifft.
Lord of War thematisiert ein trauriges und ernsthaftes Thema, das aber beispielsweise durch einen netten, vielleicht sogar liebevollen Lord of War absichtlich verharmlost wird, um als Satire aufzutrumpfen.
Manchmal wünscht man sich, dass die Handlung etwas bremsen würde und sich für genauere Erläuterungen Zeit liesse, vor allem wenns um den rasanten und nicht ganz übersichtlichen Aufstieg von Yuri geht. Andererseits gewöhnt man sich rasch an den Erzählstil und sagt sich: manchmal gehts halt eben doch schneller als man denkt. Nicolas Cage spielt Yuri äusserst sympathisch aber undurchschaubar, zumindest weiss man lange Zeit nicht wie man Yuri einschätzen soll und wieso er nicht einfach in den Ruhestand geht, da er ja schon alles hat!
Die Handlung ist nie langweilig, ständig passiert irgendetwas und man ist mal hier, mal dort, da muss man schon aufpassen, dass man den Überblick nicht verliert und alles noch richtig einordnen kann. Obwohl immer was läuft, fragt man sich öfters, wie kams überhaupt dazu? Ich meine damit, dass einem teilweise nicht genügend Hintergründe geliefert werden. Wie kam Yuri z.B. an seine vielen Reisepässe oder wie kann man so leicht ein kleines Waffenlager, mitten in New York, in aller Öffentlichkeit, unterhalten?
Auch wenn die Intensionen des Regisseurs manchmal etwas verschleiert scheinen, funktioniert der Film als das was er ist, nämlich eine Satire! Das der Inhalt hierzu nicht immer politisch korrekt sein muss, sollte bekannt oder zumindest einleuchtend sein!
Nicolas Cage, Jared Leto, Bridget Moynahan, Ethan Hawk, Ian Holm und Donald Sutherland (in einer ganz speziellen Rolle, aber nicht zu viel erwarten! :-) ) bieten ein tolles Staraufgebot und glänzen in ihren Rollen, allen voran Nic Cage, auch wenn es wohl nicht für einen Oscar reichen wird! Der Film hat lustige Stellen und auch coole, witzige Dialoge, gewisse Szenen wirken etwas bizarr und der Humor ist meistens schwarz. Der Regisseur, Andrew Niccol (Gattaca), lässt den Film aber nie zu einer reiner Komödie abgleiten, denn dafür ist das Thema doch zu ernst und die Aussage des Films wohl zu wichtig, so kommt die Gewalt nicht zu kurz, manchmal nur andeutungsweise und auf traurige Momente wird ebenfalls nicht verzichtet! Ein melancholischer aber irgendwie gleichzeitig befreider Augenblick durchzieht den Film, als Jeff Buckleys geniale Cover-Version von Leonard Cohens "Hallelujah" eingespielt und die Gefühlslage des Warlord dadurch auf perfekte Weise wiederspiegelt wird!
Das Ende ist auch sehr gut gewählt, für mich die einzig richtige Wahl den Film zu beenden, wenn auch Hollywood untypisch und deshalb nicht selbstverständlich aber haben wir es ja mit einem neuseeländischen Regisseur zu tun!

Fazit: Eine sehr gutgespielte Satire, die viele interessante Anspielungen macht und eine spannende Story, die wirklich alles bietet (schöne Frauen, reiche Männer, viele Waffen, weite Landschaften, Kriegsgebiete usw.), aufweisen kann. Verschiedene filmische Stilmittel werden hier eingesetzt und schliessen sich zu einer coolen Mischung zusammen. Teilweise gehts etwas zu schnell und das nicht nur wenn der Zeitraffer eingesetzt wird!

Details
Ähnliche Filme