"Lord of War" zeigt den Aufstieg und unvermeidlichen Fall des Yuri Orlov (Nicholas Cage), einem ukrainischen Einwanderer, der in den U.S.A. sein Geld damit verdient, jegliche Art von Waffen zu verkaufen, die ihm in seine amoralischen Finger kommen. Er hat ein Vorzeigeweibchen (Bridget Moynahan), die anfänglich nicht von seinen geheimen Machenschaften weiß und einen jüngeren Bruder (Jared Leto), der durch seinen durch Drogen verwirrten Sinn für Ehrlichkeit ein denkbar schlechter Komplize ist. Yuri handelt mit dem Tod, so wie manche anderen Händler Staubsauger herumschieben (er sagt gerne, dass Alkohol und Zigaretten tödlicher sind als seine Waren), aber selbst er kann die Rücksichtslosigkeit des liberianischen Diktators (Eamonn Walker) nicht leugnen, welcher Orlovs "Produkte" kauft, um seine Unterdrückungsherrschaft auszuweiten.
Asche über mein Haupt. Mir hat der Film nicht zu gesagt.
Das Thema Waffenschieberei wird perfekt umschrieben, da gibt´s nichts zu meckern. Doch das ist nichts neues, was ich nicht schon in einer Doku auf Arte gesehen hätte oder mir in nur 5 Minuten in Gedanken selbst über das Lebewesen "Mensch" zusammen reimen könnte. Es ist klar, würde Orlov diesen Job nicht tun, würde sich dafür ein anderer finden.
Somit wird an den falschen Stellen der moralische Zeigefinger gehoben. Orlov hat keine Gewissensbisse mit dem Tun und Handeln, was seinen Job ausmacht. Er tötet die Menschen mit den Waffen ja nicht selber. Aber was soll das ? Das Thema kann ich jetzt so auswälzen, dass ich mir Gedanken als z.b. Karosseriebauer machen müsste, dass das Auto, das ich gerade erschaffe, irgendwann mal von einem Terrorist im Irak benutzt wird, für bombengepackt in eine Menge zu fahren.
Nein, diese Entschuldigung dient einfach nur für das eigene Wohlbefinden Orlov´s und das er nachts besser schlafen kann.
Er ist einfach nur ein schmieriger vom Kapitalsimus getriebener, unsympathischer Typ, für den nur eins zählt: Der eigene kleine Egoist in ihm und sein eigenes Wohlbefinden, wofür er über "Leichen" geht. Jeder der ihn liebt, kommt erst weit abgeschlagen an zweiter Stelle im Leben.
Und diesem Unsympath muss man like "Scarface" von Anfang bis Ende zusehen, was er sich als Waffenschieber abhält.
Zum Ende hingegen müssen dann die Klischees herhalten, was man aus dieser Kiste holen kann: Bruder stirbt mit dümmlicher Helden-Aktion, Frau mitsamt Kind verlässt ihn (ich frag mich, wie diese Beziehung die ganzen Jahre abgelaufen sein muss...), und die Eltern entehren ihn.
Doch Orlov lässt das kalt, was man später bei der Verhaftung deutlich sehen wird.
Wär da nicht noch die tolle Schluss-Pointe, die "Lord of War" etwas aufwertet, bei der alle Bush-Gegner "Hurra!" schreien werden und Michael Moore wohl mit dem Pint in der Hand auf der Couch sich das Finale ansieht. Aber ich lass die Hose zu.
Dafür brauch ich nicht diesen unterhaltungsfreien Film. Und zum Nachdenken wie schlecht die Menschheit ist und mit Waffen etc. Geld gemacht wird auch nicht.
6/10 wegen dem brisanten Thema.