Handlung:
Der Film folgt dem Aufstieg des fiktiven, am realen Vorbild Wiktor Anatoljewitsch But orientierten, Waffenhändlers Yuri Orlov.
Der ukrainische Einwanderer baut in den 80ern, anfangs mit seinem Bruder Vitaly, ein Waffenschieberumperium auf und mischt unter anderem in Afrika mit der Unterstützung eines dortigen Warlords mit. Doch sein amerikanischer Traum zerbricht Stück für Stück.
Meinung:
Lord of War von Andrew Niccol legt gleich furios los. Der Vorspann zeigt den Weg einer Patrone von der Produktion bis hin in den Lauf und schließlich den Kopf eines Kindersoldaten. Unterlegt ist das mit Buffalo Springfields "For what it's worth". Diese geniale Eröffnungssequenz gibt auch gleich den Ton an: Der Film ist eine teils bitterböse Satire auf den American Dream und den Wahnsinn des internationalen Waffenhandels.
Dementsprechend ist der Humor oft auch zynisch und der Film schafft es, dass einem das Schmunzeln/Lachen mal rausplatzt, mal im Halse stecken bleibt. Stets unterhaltsam, kritisch und stylisch inszeniert ist das aber nicht das einzige, was dem Film gelingt.
Das persönliche Drama Orlovs sorgt für Abwechslung und Spannung. Nicolas Cage mag zwar nicht den lupenreinsten Ruf haben, passt aber hier mit seinem Schauspiel perfekt ins Bild und bringt die Mischung aus Charisma, Gewissenlosigkeit und einem Hauch Wahnsinn perfekt rüber. Der Rest des Casts ergänzt das mit ebenfalls sehr guten Leistungen. Hätte Niccol nicht vorher Gattaca gedreht, dann wäre ihm hier sein Meisterstück gelungen. Aber Lord of War ist ein starker zweiter Platz.
Kurzum:
Bitterböse Satire, die gut gespielt, stylisch inszeniert und sehr unterhaltsam ein ernstes und wichtiges Thema bearbeitet. Klasse.