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Nachdem die Studentin Emily Rose, gespielt von Jennifer Carpenter, bei einem Exorzismus durch einen Pfarrer, gespielt von Tom Wilkinson, ums Leben kommt, wird dieser wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Seine Anwältin, gespielt von Laura Linnely muss bei der Verteidigung feststellen, dass dunkle Mächte den Pfarrer scheinbar ins Gefängnis bringen wollen.

Nach der x-ten Fortsetzung von "Der Exorzist" wurde es ja mal Zeit, dass Hollywood endlich ein paar neue Ideen für Okkult-Schocker dieser Art liefert und mit der Idee, einen solchen Horror-Thriller in einem Justiz-Drama zu verpacken gelingt es mit "Der Exorzismus der Emily Rose" sogar ziemlich überzeugend. Neben den guten Darstellern und der düsteren Umsetzung bleibt die Story der einzige Kritikpunkt. Daran, dass bei der Mehrheit aller Horrorfilme alle Thesen weit bei den Haaren herbeigezogen werden hat man sich ja mittlerweile schon gewöhnt, auch wenn hier zugegebenermaßen ein bisschen zu dick aufgetragen wird. Das Hauptproblem liegt in der unglaubwürdigen Verhandlung und vor allem in deren überaus unbefriedigenden Ausgang, den ich nicht vorwegnehmen möchte. Was mir jedoch recht gut gefällt ist, dass das Thema Exorzismus hier wenigstens ansatzweise analysiert und behandelt wird und nicht, wie bei den anderen Filmen einfach so ausgeführt wird, ohne auf die Einzelheiten einzugehen. Außerdem finde ich es recht dreist, dass der Film versucht dem Zuschauer einzureden, dass er im Ansatz auf Tatsachen basieren würde. Die Story ist sicherlich nicht gut, aber aus dem Genre ist man auch schon Schlechteres gewohnt.

Bei Horror-Filmen dieser Art braucht es natürlich keine sonderlich geniale Story, sondern eine düstere Atmosphäre und die wird in diesem Film früh aufgebaut und über weite Strecken aufrechterhalten. Durch die unheimlichen Erlebnisse der Anwältin und das Abspielen der Original-Tonbänder eines Exorzismus und die scheinbar allgegenwärtige Präsenz dunkler Mächte ist die Atmosphäre zum Bersten gespannt und die gut platzierten und dosierten Schockmomente erzielen die gewünschte schockierende Wirkung. Die Hintergrundmusik ist natürlich entsprechend düster und leise und die Kulisse ist während des Exorzismus natürlich auch entsprechend Furcht einflössend. Zudem hält der Film das Tempo hoch genug, um die ganze Zeit über bestens unterhalten zu können. Zum Ende hin, wenn der Film ein wenig ins Lächerliche abgleitet, ist "Der Exorzismus der Emily Rose" leider nicht mehr ganz so spannend. Regisseur Scott Derrickson leistet also nach "Hellraiser V" erstmals wirklich gute Arbeit und zeigt, dass er als Regisseur doch kein Totalausfall ist. "Der Exorzismus der Emily Rose" ist sicherlich nicht perfekt, ist aber der erste Horror-Film seit langem, der wirklich schockieren kann.

Neben der guten und atmosphärischen Umsetzung lebt der Film auch von seinen guten Darstellern. Laura Linnely spielt nach ihrer Rolle in "Zwielicht" erneut eine überaus selbstbewusste Anwältin und präsentiert sich dabei gewohnt stark und routiniert. Tom Wilkinson spielt die Rolle des Paters ebenfalls überaus überzeugend und zeigt nach „"Der Patriot" und "Batman Begins" erneut sein Talent. Er ist genauso sympathisch und ruhig, wie man es von einem Diener Gottes erwartet. Die beste Leistung ist jedoch die von Jennifer Carpenter, die bisher lediglich durch diesen Film in Erscheinung treten konnte. Sie spielt die junge und zurückhaltende Studentin, die schließlich von dunklen Mächten besessen ist und am Ende mehr und mehr durch psychotische Schübe und beängstigende Wutausbrüche auffällt hervorragend und wirkt vor allem in ihren Szenen absoluter Hysterie überaus überzeugend. Die übrigen Darsteller sind ebenfalls gut.

Fazit:
Mit einem guten Cast und einer überaus atmosphärischen und spannenden Umsetzung ist "Der Exorzismus der Emily Rose" ein überzeugender Horror-Thriller, dessen schwache Story sich in Anbetracht des guten Unterhaltungswerts durchaus verschmerzen lässt. Der Mix aus Justiz- und Horror-Thriller ist sicherlich eine innovative Idee, scheitert aber zum Ende hin, aber ansonsten ist das Werk auf jeden Fall empfehlenswert.

84%

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