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Oh ja - den ganzen Tag stumpfsinnig vor der Glotze hängen, Energydrinks und Bier saufen, ein bißchen rumvögeln: das Leben könnte so schön sein. Doch was Hartz-IV-Rudi aus dem Pott schon lange kennt schadet der Bevölkerung. "Aha" sagt da so manch einer und fragt sich wieso. Ganz einfach: wenn die Unterschicht der Menschheit sich stärker vermehrt als die Intelligenz dann gerät das Sozialleben immer mehr in Schieflage.

Mike Judge hat dies aufgegriffen und einen Film gebastelt, der diesen Gedankengang fortsetzt und bis ins Extrem führt. Die Welt ist völlig verblödet, erstickt im Müll und kann nichtmal mehr für das Fortbestehen der eigenen Existenz sorgen. Da kommt Joe Bowers (Luke Wilson) gerade recht: dank einem Ami-Experiment vor ein paar hundert Jährchen hat er tiefgefroren überlebt und darf sich nun in seiner neuen Umgebung eingewöhnen. Ghetto hier, Ghetto da: Joe kommt mit seinem "schwuchtligen Intelligenzgelaber" erstmal in den Knast.

Das Thema ist eigentlich ernsthafter als es scheint, der Film lustiger als erwartet. "Idiocracy" ist gespickt mit scharfer Munition und hält Amiland (aber letztlich uns allen) einen Spiegel der Zukunft vor. Auch wenn unsere Lachmuskeln ordentlich gereizt werden, so ganz daneben ist das alles gar nicht. Hier handelt es sich keineswegs um einen witzigen Film mehr in der Riege "Humor", oh nein, da hebt jemand ganz schön den Zeigefinger und will uns warnen.

Unterhaltsam ist "Idiocracy" in jedem Fall, gelungen auch. Auch wenn die Story teilweise etwas mürb ist, die Szenerie zu kosmetisch daherkommt - egal, man hat jede Menge Spaß und die Herren Gesellschaftskritiker dürften auch zufrieden sein.

Jedenfalls wird's Zeit sich ein Energydrink aufzumachen, sich auf die Couch zu fläzen und 'ne Portion Pommes zu mampfen - und ahja, für das andere angesprochene Thema sowieso. Und immer schön die Blumen düngen!

(7/10)

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