Interessant, dass Robert Sheckleys Kurzgeschichte „The Prize of Peril“ von 1958 nie offiziell von Hollywood adaptiert wurde, sondern lediglich in Deutschland und Frankreich verfilmt wurde. Aber die Amerikaner haben ja schließlich Stephen Kings „Running Man“ und es wäre hochinteressant, zu wissen, wer da wirklich von wem kopiert hat.
Denn obwohl Sheckleys Vorlage lange vor Kings Buch erschien, führt der Richard Bachmann-Roman die dort anskizzierten Ideen natürlich deutlich weiter aus. Es erscheint allerdings als höchst bemerkenswerter Zufall, dass dieser Film genau ein Jahr nach Erscheinen des „Running Man“ in die Kinos kam und auch einige Details enthält, die sowohl im Buch als auch in Edgar Wrights Verfilmung auftauchen. Und ironischerweise verklagte Regisseur Yves Boisset die Produktionsfirma von RUNNING MAN (1987), 20th Century Fox, wegen des Plagiats.
Doch zurück zu den offiziellen Sheckley-Verfilmungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wolfgang Menges legendärer TV-Film DAS MILLIONENSPIEL drehte den deutschen Fernsehzuschauern die tödliche Menschenjagd als echtes TV-Event an, was die Verpflichtung von Dieter-Thomas Heck als Moderator noch bekräftigte.
Yves Boisset, u. a. für Politthriller wie ESPION, LÈVE-TOI (DER MAULWURF) bekannt, interessiert sich weniger für Schock und Spannung, sondern mehr für ernsthafte Medienkritik. So lässt er in einer Nebenhandlung eine Anwältin für das Verbot der TV-Show eintreten und Menschen vor dem Sender demonstrieren. Die tatsächliche Jagd startet erst in der letzten halben Stunde und ist geprägt von der für französische Filme dieser Zeit realistische, trockene Action. Hauptdarsteller Gérard Lanvin (LES SPÉCIALISTES) spielt den Gejagten als typisch arroganten französischen Actionhelden, wie ein Belmondo ohne Charme. Michel Piccoli ist als aalglatter Moderator relativ glaubwürdig und darf sich später sogar von der Eskalation der Geschehnisse überfordert zeigen.
So richtig gelingt es dem Film aber weder auf der Thriller- noch auf der Actionebene zu überzeugen.