"M.A.R.K. 13" schildert das Überleben in einem nuklearverseuchten Katastrophenszenario, dort findet ein Schrottsammler den Teil einer Gefechtsdrohne in einer sogenannten Todeszone. Der metallische Kopf gelangt zu Jill, die daraus eine Skulptur schweisst, ohne zu wissen, dass das brandneue Modell M.A.R.K. 13 über selbstregenerierende Fähigkeiten verfügt. Tatsächlich gelingt es dem Militärdroiden, den fehlenden Körper zu ersetzen und der Programmierung folgend, seinen Krieg fortzusetzen... Richard Stanley gehört mit Sicherheit zu den Regisseuren, die mit ihrem Debüt für Aufsehen sorgen, denn "M.A.R.K. 13" gehört zu den unter der Oberfläche innovativeren Sci-Fi-Vertretern, die sowohl in der Story schlüssig sind, als auch mit einer durchgehend stimmigen, in diesm Fall apokalyptischen Atmosphäre aufwarten können. Während sich die erste Hälfte für die Charaktere Jill (Stacey Travis) und ihren Freund Moses (Dylan McDermott) Zeit lässt und eindrücklich die Zustände im drohenden Chaos schildert, ist die zweite Hälfte mit Actionszenen und wesentlich höherem Tempo gesegnet. Beeindruckend sind die vielen Überblendungen von verschiedenen Medien, die wie Videoscreenings wirken bzw. wie die Überreste der Zivilisation vor der Katastrophe. In lebensfeindliche Rottöne getaucht zeigt Richard Stanley seine düstere Vision von dem Leben nach dem Atomschlag, die Welt draußen ist unwirtlich, verstrahlt und überhitzt. So wundert es nicht, dass das Finale wie ein segensreicher Regen über diesen ausgenommen sehenswerten Film kommt, ohne seinen konsequenten Pessimismus aufzugeben. Seiner Zeit entsprechend beschreibt er auch die ausgehenden 80er Jahre mit schräger Grundstimmung, stellvertretend wirken illustre Popstars wie Carl Mc Coy (Fields of the Nephilim), Iggy Pop (als Stimme) und nicht zuletzt Lemmy Kilmister als Taxifahrer mit. Der Soundtrack ist neben einem dunklen Score mit eben solchen Perlen aus der Zeit bestückt, Motorhead, Iggy Pop, P.I.L. und Ministry (zu einem Video von G.W.A.R.) geben sich die Ehre. Obwohl das Skript auf einem Comic basiert, merkt man Stanley seine Einflüsse etwas anspruchsvollerer Filmer an, denn im Grunde handelt diese Fiktion immmer wieder wie beiläufig davon, wie sich die Protagonisten mit der auswegslosen Situation zu arrangieren versuchen, während die Regierung rigide mit Zwangssterilisationen vorzubeugen gedenkt. Durchaus kritische Untertöne also in einem Film, der sich im Gegensatz zum ungleich größeren "Terminator" als einfaches Popcornkino nicht sofort in allen Facetten offenbart, wenngleich sich der Genrefan gut unterhalten fühlt. Nicht nur durch die wenigen, doch zweifelsfrei vorhandenen, Bluteinlagen gewinnt dieses dunkle Szenario auch für den Horrorfan, die Sets sind spärlich, aber atmosphärisch ausgeleuchtet, genüsslich zieht Stanley langsam aber sicher die Suspenseschraube an. Diese Klasse erreichte Stanley bis dato nicht mehr, sein danach gedrehter "Dust Devil" kopiert einige Elemente hieraus, ohne an die Klasse heranzureichen.
Fazit: Ein kleiner Film mit großer Wirkung, Richard Stanleys Debut wirkt frisch, unverbraucht und atmosphärisch äußerst gelungen. 8/10 Punkten