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Irgendwann in der Zukunft, nach dem Atomkrieg, in einer verwüsteten Stadt. Moses (Dylan McDermott), ein arbeitsloser Streuner, schenkt seiner Freundin Jill (rothaarig, hübsch & gut: Stacey Travis) zu Weihnachten Teile eines in der Wüste gefundenen Roboters. Jill betätigt sich gerne künstlerisch und integriert die erhaltenen Teile gleich in die bizarre Skulptur, an der sie gerade arbeitet. Allerdings ist der Droid (ein Kampfroboter der Type M.A.R.K. 13, erschaffen, um das Problem der Überbevölkerung in den Griff zu bekommen!) nicht völlig zerstört und so beginnt er des Nachts, sich selbst zu reparieren. Als Jill erwacht, sieht sie sich einem monströsen Ungetüm gegenüber, das nur ein Ziel zu kennen scheint: jegliches Leben auszulöschen, oder, um die Bibel zu zitieren: "No flesh shall be spared".
Im Grunde genommen ist Hardware, das auf einem britischen Comic basierende, ambitionierte Spielfilmdebüt des damals 24jährigen Richard Stanley, nichts anderes als eine Kammerspielvariante von James Camerons The Terminator. Hardware ist ein Paradebeispiel von "Style over Substance", denn wenn es dem Film an etwas mangelt, dann an Substanz. Die Charakterisierungen sind klischeehaft und recht plump, die post-atomare Zukunft ist wenig originell und wurde darüber hinaus schon oft und besser dargestellt, und die Geschichte ist simpel, geradlinig und ziemlich spannungsarm. Und trotzdem hat Hardware so einiges zu bieten, auch wenn vieles davon, hart ausgedrückt, geklaut ist (immerhin muß man den Machern zu Gute halten, daß sie bei den besten stehlen). Hat man die lange Anlaufzeit, in der kaum nennenswertes passiert, erst einmal überstanden, dann zündet Stanley ein visuelles Feuerwerk, das sich gewaschen hat. Das reißt einfach mit, trotz Anleihen bei Ridley Scott, James Cameron, Dario Argento, Donald Cammell und Shinya Tsukamoto. Am besten gelingt Stanley jedoch die Erzeugung einer klaustrophobischen Stimmung und eines scheinbar ausweglosen Terrors. Die Attacken des Roboters sind hart, blutig und phantasievoll (was M.A.R.K. 13 mit dem widerlichen Nachbarn anstellt, ist ein echter Show-Stopper!) aber manchmal auch etwas geschmacklos und seltsam (wieso der Droid ständig versucht, Jill mit seinem Bohrer zu penetrieren, erschließt sich mir nicht ganz). Unterm Strich bleibt somit ein teils unoriginell ödes, teils optisch faszinierendes Cyberpunk-Spektakel, das insgesamt ansprechend unterhält aber am Ende doch einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterläßt. Immerhin war Hardware ein Versprechen für die Zukunft, welches Richard Stanley mit dem zwei Jahre später entstandenen Dust Devil auch einzulösen vermochte.

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