Seien wir mal ehrlich: Wer die Story des Films das erste mal liest oder hört, bekommt sofort das große Gähnen. Killerroboter? Militär? Zukunft? Sollte man nun noch in Erfahrung bringen, dass es sich bei M.A.R.K. 13 um einen Low-Budget-Film handelt und das Regiedebüt von Richard Stanley darstellt, könnte man meinen, dass wir es mal wieder mit gammeliger Duzentware Marke „Albert Pyun“ zu tun hätten. Ha! Falsch gedacht! In Wahrheit erwartet den geneigten Zuschauer hier wirklich ein hervorragender und verstörender Horrortrip. Schon in der Eröffnungsszene bekommt man einen ersten Eindruck was einem hier erwartet: Eine in rot/braun getauchte Zukunftsvision untermalt von einem mitreißenden Soundtrack. Überhaupt zieht es einem bei einer derart klaustrophobischen Inszenierung die Kehle zu und man bekommt kaum noch Luft. Als Hauptdarsteller agieren in Richard Stanley’s hypnotischer Horroroper eine überzeugende Stacy Travis, die ja zuletzt in „Ein unmöglicher Härtefall“ unter der Fuchtel der Cohens spielte, als Jill und der aus Alley McBeal bekannte Dylan McDermott als Mo. Trotz des geringen Budgets gelingt Regisseur Stanley ( der später Bekanntheitsgrad, durch den ebenfalls genialen Dust Devil ausbaute), ein fantastischer LSD-Trip in eine mögliche Zukunft bei der auch religiöse Aspekte aufgegriffen werden. Ist es in der Bibel Moses der sein Volk jahrelang durch die Wüste führt, so ist hier d Hauptakteur Mo, derjenige, der durch die postapokalyptische Wüste streift um seinen Lebensstandart zu begründen. Besonders deutlich werden die religiösen Anspielungen in der Szene, in der Mo vom M.A.R.K.13 ein tödliches Nervengift injiziert bekommt und im Bann seiner Halluzinationen beim Überlebenskampf, orchestrale Klänge ertönen und der Killerroboter im gebrochenen blauen Licht mit ausgebreiteten Armen, als geradezu göttlich erscheint. Speziell in stilistisch meisterlichen Bild und Tonkompositionen wie dieser, zweifelt der Zuschauer wirklich daran, ob der M.A.R.K. 13, die Erlösung oder doch die Hölle darstellt.
Auch auf Buddhismus wird annähernd eingegangen in Form von Shade, der sich in andere Gefilde meditiert und dadurch unfähig wird um Jill zur Hilfe zu eilen. Ein sehr interessanter und auch pervers lustiger Charakter ist Jill’s notgeiler Nachbar, dessen einziges Hobby das Spannen ist. Wenn der dickliche Hustler sein „Wibbely,Wabbely-Lied“ singt und dabei vor Geilheit fast sabbert ist das echt ein Bringer. Als Stargäste werden uns im Film noch Rockikonen geboten wie z.B. Gwar, Lemmy von Motorhead als Taxifahrer und Iggy Pop als sarkastischer Radio DJ. Selbstverständlich steuern auch alle noch Stücke zum Soundtrack bei.
Auch Splatterfreunden sei der Flick empfohlen, da manche Exikutionsmethoden des Amoklaufenden Robbis sehr sehenswert und explizit daher kommen.
Glatte 10von 10 Punkten für diesen visuellen Overkill den sich niemand entgehen lassen sollte.