Review

Der Vater aller "Monsterfilme" und ein ganz großer Klassiker der Filmgeschichte.

Story:
Carl Denham (Robert Armstrong), ein Filmemacher sucht für seinen neuen Streifen noch eine junge Frau. Diese findet er in Ann Darrow (Fay Wray) und überredet sie zum Mitkommen. Das Fahrtziel ist eine unbekannte Insel in der Nähe von Sumatra, wo laut einer Legende ein riesiger Affe hausen soll. Kaum angekommen, stört man während einiger Aufnahmen die Zeremonie der Einegborenen, die Frauen als Opfer für "King Kong" anbieten. So entführen sie nachts kurzerhand Ann und Denham macht sich zusammen mit Offizier Jack Driscol (Bruce Cabot) und seinen Männern auf die Suche nach ihr. Im Innern der Insel stoßen sie auf Saurier, die offensichtlich die Evolution überlebt haben. Auch Kong lässt nicht lange auf sich warten. Driscol gelingt es schließlich, Ann zu befreien. Kong stürmt hinterher, wird mit Gasgranaten außer Gefecht gesetzt und nach New York verschifft. Man präsentiert ihn als das 8. Weltwunder, doch er kann sich befreien und kidnappt Ann erneut. Auf der Spitze des Empire State Buildings wird er schließlich von Flugzeugen bezwungen...

"King Kong" gehört nicht nur zur ersten Generation der Tonfilme, sondern setzte auch Maßstäbe der Tricktechnik. Bereits 8 Jahre vorher hatte sich Trickspezialist Willis O'Brian mit seiner "Stop-Motion"-Technik einen Namen gemacht, indem er für "The Lost Word" Saurier zum Leben erweckte. Bei "King Kong" war die Technik dann schon ein paar Schritte weiter und die Animationen sahen noch besser aus. Natürlich darf man den Film nicht mit heutigen Maßstäben messen, aber man muss bedenken, dass der gute Kong inzwischen stolze 72 Jahre auf dem Buckel hat und das war für die damalige Zeit eine absolute Meisterleistung. Auch menschliche Darsteller wurden teilweise auf diese Weise animiert. Dies wird deutlich bei den Puppen, die Kong in der Hand hält.

Für weiter entfernte Einstellungen von Kong wurde sein Modell mit der erwähnten "Stop-Motion"-Technik in einzeln fotografierten Bildern animiert. Für Close-ups wurden dagegen einzelne Körperteile wie Kopf oder Hände angefertig, in denen Statisten steckten. Dadurch waren diese Bewegungen deutlich geschmeidiger.

Dennoch kann man vor der Tricktechnik gar nicht genug den Hut ziehen. Die Kämpfe mit den diversen Sauriern sehen auch heute zumindest größtenteils immer noch sehenswert aus, allen voran der wohl erste "Wrestlingfight" der Filmgeschichte mit dem T-Rex, bei dem sogar Blut fließt. Solche Szenen wurden per Rückprojektionen in den Film eingefügt, d.h. es sieht so aus, als würde ein Film im Film ablaufen. Besonders auffällig ist dies beim Kampf gegen den T-Rex. Gemessen an den damals verfügbaren Möglichkeiten hat man sich aber achtbar aus der Affäre gezogen.

Aufwendig gestaltet waren auch die Kulissen. Die kompletten Dschungelszenen wurden im Studio realisiert und sehen dazu noch wirklich echt aus - eine absolute Meisterleistung. In New York drehte man teilweise vor Ort, teils wurden Modelle verwendet. Alles wurde aber so gefilmt, dass es einen realistischen Eindruck hinterlässt.

Einzig die schauspielerischen Leistungen könnte man etwas kritisieren. Das für die damalige Zeit typische Overacting kommt heute schon etwas seltsam rüber und auch Fay Wray als erste echte "Scream-Queen" nervt auf Dauer.

Doch was soll's, gegen die Tricktechnik wiegen die kleinen Mängel eh nicht viel, so dass man sie ruhigen Gewissens ignorieren kann. Wenn man bedenkt, dass der Film schon für damalige Verhältnisse nur knapp 680000 $ gekostet hat, stellt sich einem immer wieder die Frage, warum heutige CGI-Orgien wie "Stealth" über hundert Millionen verschlingen. Gespannt sein darf man auch auf das Remake von Peter Jackson, dass sich budgetmäßig ja in ähnlichen Dimensionen bewegt. Falls Jackson es schafft, auch nur die Hälfte der Genialität dieses Meisterwerks wiederzugeben, hat er schon gewonnen und lässt das dürfte 76er Remake weit hinter sich.

Fazit: "King Kong" ist auch nach 72 Jahren immer noch König der Monster, steht tricktechnisch kaum schlechter da als heutige CGI-Overkills und unterhält sehr kurzweilig für knapp 95 Minuten. All hail KONG!!!

10 von 10 Punkten

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