Recht verbreitet war die globale Furcht vor Invasoren in den 50ern, was im Bereich Science Fiction so einige Zelluloid-Kapriolen offenbarte. Die Angst vor wissenschaftlichem Fortschritt war ebenfalls spürbar und so reanimierte Regisseur Eugène Lourié einen roboterähnlichen Frankenstein, der allerdings nur zwei Räumlichkeiten in New York terrorisiert.
Nach dem Tod des Familienvaters und Wissenschaftlers Jeremy forscht dessen Vater weiter mit Geheimexperimenten im Labor und verpflanzt das Gehirn seines Sohnes in einen menschenähnlichen Körper. Doch das Wesen beginnt schon bald ein Eigenleben und terrorisiert die Familie des Wissenschaftlers…
Möglicherweise besteht die künstlich geschaffene Kreatur lediglich aus Pappmache und Kleister, angereichert mit einigen Elektroden. Denn anders als bei Mary Shellys Vorbild ist zum Werdegang der Entität wenig bekannt. Der prägnante Umhang in der Breite eines Kleiderständers sticht allerdings ins Auge, ansonsten bleibt der Roboter-Jeremy eher ausdruckslos und fällt allenfalls durch lautes Stampfen, später durch Gegenwehr in Form von Röntgenstrahlen auf, was Ray Milland fünf Jahre später ein wenig spezifizieren sollte.
Die spärliche Ausstattung lässt leider kaum Schauwerte zu, denn in den 50ern floss nur selten Blut und auch Operationen am Kopf enden grundlegend mit einem blütenweißen Kopfverband. Zudem heißen alle Kinder Billy und Frauen tragen seidene Nachtgewänder, die aufwändiger als ihre Tageskluft anmuten. Es sind dieselben Damen, die vorsichtshalber in Ohnmacht fallen, bevor sich eine Gefahr annähert und sei es nur der Bruder des verstorbenen Ehemannes, der nebenher ein Jahr lang den selben Anzug trägt, auch direkt nach dem Aufwachen.
Ansonsten sind die Mimen vermehrt im Bereich Overacting tätig und halten manchmal inne, als würden sie auf ein „Cut“ seitens der Regie warten, während der Score ausschließlich aus Pianoklängen besteht. Das Geklimper erinnert stark an die unbeholfene Stummfilmuntermalung einige Jahrzehnte zuvor und passt rein gar nicht zur Atmosphäre des Films, der mit einigen deutlich zu ausgeschmückten Momenten zu kämpfen hat, denn in Sachen Spannung ist hier kaum etwas mitzunehmen.
Auch nicht zum Finale, als der böse Wicht von einer Empore aus wahllos mit seinen Strahlenaugen hantiert, wobei ein annehmbarer Bodycount Unbeteiligter entsteht.
Hier hat sich bereits zehn Minuten zuvor lauthals angekündigt, wie und durch wen das Monster mit einer Handbewegung gestoppt werden könnte, was natürlich ohne Umschweife eintritt. Überraschungen bleiben folgerichtig aus.
Mit seinen 70 Minuten Laufzeit verdaddelt der Streifen zwar nicht allzu viele Minuten für den Vorlauf, doch die minimale Ausstattung und das Treiben in nur wenigen Räumlichkeiten sorgen nicht gerade für besonders viel Abwechslung. Die wenigen Effekte gehen in Ordnung, das Monster schaut einigermaßen markant aus, doch einen bleibenden Eindruck hinterlässt die Chose nicht.
5 von 10