Review

Ich werde nicht den Inhalt des Films nacherzählen wie dies andere fleißige Stimmen tun. TODESHOCHZEIT wirkt nämlich wie so mancher Film am besten, wenn man sich nicht komplett vorher durchinformiert. Wer das Wagnis des Films eingeht, dem kann ich versprechen, dass der Film eher wie ein ruhiges Drama beginnt, aber schon bald andeutet, dass ein dramatisches Ereignisse passieren wird. Der fragwürdige Tod der behinderten Schwester Julie unseres Hauptdarstellers Jacob läutet dann einen stets ruhigen, aber immer spannenden und verstörenden Psychothriller ein.

Stets nordisch unterkühlt und nur ganz minimalistisch in der Ausstattung lässt sich TODESHOCHZEIT ein Menge Zeit mit der Handlung und den weiteren Höhepunkten. Die dänischen Schauspieler agieren alle recht glaubwürdig und von Overacting oder überschäumenden Einzelleistungen keine Spur. Wer also die nötige Geduld und Offenheit mitbringt, wird sich hoffentlich genau so erfreuen an der Tatsache, dass der Film den Zuschauer stets auf einem guten Level der Verwirrung hält. Das schafft er jederzeit ohne irgendwelche Effekte, übliche Thriller-Action-Elemente und stets sehr souverän und bedächtig, ohne jedoch zu vergessen, die Spannungsschraube in ungeahnte Höhe zu bringen.

Trotz suboptimaler deutscher Synchronisation und durch den vorgenannten sehr großen Schuss Realismus, schafft es der Film den Zuschauer sehr intensiv in das Geschehen einzusaugen. Mehrere Auflösungen sind möglich und nur ganz zum Schluss lüftet sich der Vorhang und das Grauen geht seinen weiteren Weg. TODESHOCHZEIT  beginnt mit einem sehr passenden Zitat von Albert Camus: „Es gibt eine Kluft zwischen dem was wir zu wissen glauben und dem was wir wirklich wissen…“ – besser kann man die Handlung des Films nicht ausdrücken. Das Ende ist sehr stark, auch wenn ich persönlich dramaturgisch auf die letzten 5 min. verzichtet hätte. Ohne diese, hätte ich mich zu noch einem Punkt mehr hingerissen gefühlt.

7,5/10 Moccashino....äh,....Punkten

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