Review

Zodiac Killer
(Sunfilm/ Marketing film)

Regisseur Ulli Lommel ist schon ein Phänomen. Talentfrei übersteht er die Jahrzehnte im Dunstkreis erfolgreicher Kollegen. Sei es als Darsteller unter anderem in Russ Meyer Filmen Anfang der 60er, ab Anfang der 70er dann seine darstellerisch produktivste Phase als permanentes Ensemblemitglied der Fassbinder-Crew, später dann nur noch punktuell in einigen unbedeutenden C-Filmen. Das er dazu seit etwa 35 Jahren ständig selber Filme dreht, macht ihn zu einem der produktivsten Filmschaffenden der letzten Jahre, wobei sein Werk einen allerdings fragwürdigen Ruf genießt, ist es doch im Normfall nie über den Amateurstatus hinausgekommen. Sein wohl größter Erfolg dürfte The Boogey Man aus dem Jahre 1980 sein, dem er allerdings dann auch nichts gleichwertiges mehr nachlegen konnte. Seit Anfang 2000 nun folgte wieder eine unglaublich produktive Schaffensperiode, aus der zum Teil bis zu fünf Filme pro Jahr entstehen können.
Im Rahmen seiner Filme über prominente Serienkiller wird in dem vorliegenden Film Zodic Killer der bekannte und schon oft verfilmte Fall des nie gefassten Zodiacs verarbeitet. Wurde dies in anderen Filmen seriös und an Fakten haltend erledigt (man denke an den akribischen Film Zodiac von David Fincher), so begibt Ulli Lommel sich eher in die Abteilung des Marktschreiers True Crime, welcher sensationsgeil mit der Kamera auf das Geschehen hält, dabei sogar nicht davor zurückschreckt, Autopsiefotos der echten Opfer in den Film einzubauen.
Darstellerisch bewegt sich Zodiac Killer auf etwas höherem Niveau der letzten Lommel – Filme, ist aber noch weit entfernt von professionellem Schauspiel. Allerdings sind diesmal wesentlich mehr prominente Darsteller vertreten, als sonst in seinen Filmen. So findet man neben Patrick Flanagan (Last Action Hero) noch den Altstar David Hess, welcher mich schon in Last House on the Left und House at the Edge of the Park begeistern konnte. Hätte Lommel ihm mehr darstellerischen Spielraum gegeben, und die Möglichkeit, sein musikalisches Können im Soundtrack unter Beweis zu stellen, der Film wäre um einiges runder geworden.
Da Ulli Lommel die Geschichte aus der Sicht eines Schriftstellers zeigt, der ein Buch über die nie aufgeklärten Morde verfasst hat, und nun in der Gegenwart einen Nachahmungstäter aufspüren will, ist von vornherein klar, dass die Fakten nicht den realen Tatsachen entsprechen, sondern künstlerische Freiheit groß geschrieben wird.
Die vorliegende Metal Edition aus dem Hause Sunfilm /Marketing sieht sehr schmückend aus, besteht sie doch aus einem glänzenden Steelcase mit ansehbaren Coverartwork. Bild und Ton zeigen keine gravierenden Defizite auf, allerdings liegt der Ton nur in 2.0 auf beiden Tonspuren vor. Als Bonusmaterial liegt lediglich eine Trailershow vor.
Wer ein Fan simpler Thrillerkost ist, und vor einem gewissen Trashfaktor nicht zurückschreckt, der ist bei Ulli Lommels Zodiac Killer gut aufgehoben.

CFS

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