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Der Amerikaner Philippe Greenleaf (Maurice Ronet) macht mit seiner Freundin Marge Duval (Marie Laforêt) & seinem Freund Tom Ripley (Alain Delon), der ihn eigentlich zur Familie nach San Francisco zurückbringen soll, einen Segeltörn im Mittelmeer vor Italien. Nach einem Streit verlässt Marge das Boot & was danach geschieht, davon sind nur die Sonne & wir Zuschauer Zeugen.

Stilvoll & elegant, clever & charmant, abgründig & böse, René Cléments Verfilmung des Romans von Patricia Highsmith fasziniert mehr als sechzig Jahre nach Entstehung immer noch. Es ist einer dieser fiesen Filme, der dem Publikum einen Haken hinwirft. Und sobald es diesen geschluckt hat, kommt es nicht mehr davon los.

Ein genialer Kniff dabei ist, dass es erstmal um zwei Männer geht, die alles andere als Sympathieträger sind. Sowohl Philippe als auch Tom sind egoistische Arschlöcher, die ziellos durchs Leben treiben, ohne auf irgend jemanden Rücksicht zu nehmen. Und im Falle von Ripley gelingt es Clément trotzdem, unterstützt von Delons Charisma & seinem eiskalt-perfiden Spiel, dass man als Zuschauer gespalten ist. Ein Teil will diesen narzisstischen Anti-Helden im Gefängnis verrotten sehen, doch der andere Teil drückt ihm die Daumen, dass er mit seinen Verbrechen davonkommt. Highsmith hatte ein Händchen für faszinierende Schurken, siehe z. B. auch Bruno in Der Fremde im Zug.

8,5/10

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