„Indiskret“ mit Cary Grant und Ingrid Bergman könnte man aufgrund des Filmtitels und den Schauspielern voreilig den Filmen des Meisterregisseurs Hitchcock zuordnen. Es handelt sich hier aber nicht um einen Krimi oder Thriller sondern um eine Liebesgeschichte, meisterlich von Stanley Donen inszeniert im Jahre 1958.
Die erfolgreiche Schauspielerin Anna ( Ingrid Bergman ) lebt mitten in London in einem großen Luxusappartement mit Einliegerwohnung für Bedienstete. Als Sie früher als geplant von einem Auftritt aus Frankreich zurückkehrt, trifft unerwartet Ihre Schwester samt Schwager ein, die sich hier zurecht machen möchten für einen Empfang am Abend. Ein weiterer Gast steht plötzlich an der offenen Türe. Es ist der Diplomat Philip Adams ( Cary Grant ) den ihr Schwager mit eingeladen hatte zum Umkleiden für den abendlichen Empfang. Da knistert es schon zwischen dem stattlichen braungebrannten Diplomaten und der attraktiven Schauspielerin. Es stellt sich heraus, dass er der Hauptredner des Empfanges ist und so geht man gemeinsam frohgelaunt zum Empfang. Anna hat sich offensichtlich in den Diplomaten verliebt, hat sie doch alles was man sich denken kann an materiellen Gütern aber noch nicht den richtigen für ihr Herz. Philip ist ihr auch sehr zugeneigt, klärt aber schnell, dass er verheiratet ist und seine Frau in den Vereinigten Staaten auf ihn wartet. Es entwickelt sich eine Liebelei zwischen dem vermeintlich verheirateten Philip und der schmachtenden Anna. Als ihr Schwager, der im Ministerium arbeitet, die Akte von Philip erhält und feststellt, dass Philip nicht verheiratet ist und dies Anna offenbart, fühlt sie sich von Philip hintergangen und tüftelt einen Racheplan aus. Zwischenzeitlich spricht der Schwager mit Philip und dieser erklärt seinen kleinen Schwindel damit, dass er das Junggesellenleben genossen hat und ungebunden durch das Leben bis jetzt geschritten ist. Damit sei aber nun Schluss, er habe nun die Frau seines Lebens gefunden. Ist die späte Offenbarung zu spät gekommen? Finden die beiden zusammen?
Diese Liebesgeschichte mit leichten komödiantischen Anklängen und leichter Dramatik ist flüssig ohne Längen inszeniert. Die Farben sind ausgewogen und das Bild stimmig. Es wird geschwelgt in geschmeidigen aufwendigen Kleidern, Pelzmäntel der Luxusklasse, pompösen Empfängen und Hummer zum Diner. Cary Grant und Ingrid Bergman spielen ausdrucksstark und doch fein nuanciert. Stanley Donen drehte 2 Jahre später „Vor Hausfreunden wird gewarnt“ und 1963 „Charade“ beide mit Cary Grant.
Fazit: Feiner nostalgischer Liebesfilm bei dem alles stimmt. 8 von 10.