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Man sollte zwar nie mit einem Remake beginnen, doch so war es bei mir. Erst der Film mit Terence Hill, dann die Originale mit Fernandel und Gino Cervi. Natürlich kann man sich denken, dass das Original weitaus besser ist.


Wir befinden uns irgendwo in Italien in einem kleinen Dorf. Hier lebt der Dorfpfarrer Don Camillo (Fernandel). Don Camillo hat die besondere Gabe, direkt mit Jesus höchstpersönlich sprechen zu können. Was auf den ersten Blick ziemlich toll klingt, hat aber auch gravierende Nachteile, denn Jesus kann Camillo immer direkt ermahnen, wenn Camillo mal mit etwas untypischen Methoden durch das Dorf zieht. Die meisten Probleme hat Camillo mit dem kommunistischen Bürgermeister Peppone (Gino Cervi). Beide wollen nur das Wohl für die Gemeinde, aber jeder auf seine Art. Da bekommt der eine vom anderen mal den Knüppel über den Schädel gezogen oder die Ärmel hochgekrempelt. Doch trotzt dieser vermeintlichen Feindschaft sind beide gute Freunde, wenn es hart auf hart kommt...


Diese französisch-italienische Koproduktion ist eine Komödie der allerbesten Sorte. Dies liegt vor allem an den beiden Hauptdarstellern Fernandel und Gino Cervi.
Der Franzose Fernandel war danach in Deutschland zumindest nur noch DER Camillo.
Schon allein das markante Gesicht von Fernandel vergisst man nicht so schnell. Dies brachte ihm den nett gemeinten Spitznamen „Pferdegesicht“ ein.
Fernandel scheint wie geschaffen für die Rolle des Don Camillo. Wunderbar agierend liefert sich Fernandel einen Streit nach dem anderen mit Peppone. Hinzu kommen Fernandels Gespräche mit Jesus. Natürlich sieht Jesus alles, und so bringt es Camillo gar nichts, auch mal zu versuchen, Jesus zu belügen. Und wenn Camillo ein wenig zu weit geht oder sich beschwert, kommt auch mal ein ungewöhnlich bissiger Kommentar von Jesus zurück.

Camillos Widersacher ist der kommunistische Bürgermeister Peppone, dargestellt von Gino Cervi. Auch Cervi überzeugt als Kommunist, dem es in erster Linie um die Partei geht und nicht um die Kirche, meistens sogar nur Verachtung für diese übrig hat. Aber manchmal braucht auch ein kommunistischer Bürgermeister die Kirche und insbesondere einen Pfarrer. Denn sein Sohn muss getauft werden. Aber lässt ein Mann wie Camillo den Namen Lenin zu? Man wird es sehen.

Höhepunkt ist ein Fußballspiel zwischen Camillos und Peppones Mannschaft. Ganz richtig, ein Pfarrer wie Camillo betreut auch mal eine Fußballmannschaft, und wieder mal geht es da nicht ganz legal zu. Aber dann ist es auch nicht schlecht, wenn man einen direkten Draht zu Jesus hat.

Im Jahre 1983 gab es dann ein Remake von und mit Terence Hill. Im Remake wurden komplette Stränge übernommen, die man hier wiederfindet. Die Taufe, das Fußballspiel, alles wurde übernommen, wobei das Fußballspiel im Remake natürlich schon technisch ausgereifter ist als im Original. Fans von Terence Hill werden auch da ihren Spaß haben, aber an das Original kommt der Film von Terence Hill natürlich nicht heran.


Fazit: „Le petit monde de Don Camillo“ ist eine zeitlose Komödie mit großartigen Darstellern, die man sich immer wieder ansehen kann. Selbst nach über 50 Jahren haben die Filme nichts von ihrem Charme verloren. So folgten weitere 4 Filme mit Fernandel und Cervi. Und es ist umso verwunderlicher, alle Nachfolger sind ebenfalls sehenswert, was man von heutigen Filmen und deren Nachfolgern nicht mehr sagen kann.

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