Wild at heart (1/10)
Selten habe ich einen größeren Müll auf Video gesehen, und mich derart gelangweilt. Denn was der irre Regisseur David Lynch in seinem wirren Kopf hier wieder auf Zelluloid gebannt hat, ist schlicht ein Kraut und Rüben-Drehbuch.
Aufgepeppt wird das ganze durch andauernde Ficksprüche und überzogene Gewalt. Ersteres kommt alle 5 Minuten ins Bild, wenn Cage sich mit Dern, meistens paffend, turtelnd und zotend im Bett räkeln darf.
Letzteres, die Gewalt, ist so überzogen dargestellt (so die Tötung gleich am Anfang, bei der das Blut nur so spritzt), daß die bummelige FSK wahrscheinlich alles hat durchgehen lassen.
Zu allem macht der Film auf sentimental, und hat am Ende eine zuckersüße Botschaft: die Familie rettet Sailor vor dem Tod.
Zwischendurch werden die Nerven der Zuschauer nicht geschont: die Freunde von Sailor sind entweder nur fickbesessen oder Arschlöcher oder beides. Und Willem Dafoes Kopf fliegt demonstrativ abgeschossen durch die Luft, plus eine Hand, die ein Hund fröhlich wegschnapptt.
Was dieses Sammelsurium aus Bumsen und Gewalt sagen soll, außer der Familienmessage, ist mir ein Rätsel.
Rolf Zacher, der auch schon Pornofilme synchronisiert hat, spricht Nicolas Cage, eine Schande! Aber für diesen Film, der beinahe ein verkappter Softporno ist, langt es allemal.
Trotzdem: wer geil werden möchte, leiht sich einen Porno. So ist Wild at Heart nur ein billig abgekurbeltes Filmchen, das die Fantasien des Herrn Lynch ins Bild bringt.
Alles in allem: Zeit- und Hirnvergeudung.
Ich rate ab.