Eugenio Miras Regiedebüt aus dem Jahre 2004 ist eine irre, abgedrehte Komödie mit Mystery-Elementen, die nicht nur aufgrund des Produktionslands manchem Zuschauer spanisch vorkommen dürfte. Antiheld Norman Forrestor schlittert in einem Hotel, wo die Geburtstagsfeier seines Schwiegervaters in spe stattfindet, von einer Panne in die nächste und entpuppt sich als ein hervorragend und höchst unterhaltsam mit einer vorsichtig dosierten Portion Overacting von Corey Feldman gespieltes, bemitleidenswertes, verunsichertes, hoffnungslos überfordertes Wrack. Seine Mitmenschen machen es ihm aber auch nicht leicht, denn schon bald wird auch für den Zuschauer offensichtlich, dass Forrester noch die normalste Person ist, die sich im Hotel aufhält – zwischen seiner garstigen Freundin, deren überheblicher Yuppie-Familie, betrunkenen Partygästen, undurchsichtigen Kellnern und einer diabolischen Sekte, deren Vorhaben nun ausgerechnet er zu verhindern mithelfen soll. Das führt zu einer Vielzahl skurriler Situationen, die so geschickt in die in Echtzeit spielende Handlung eingeflochten wurden, dass über weite Strecken der Unterhaltungsfaktor recht hoch bleibt und es Spaß macht, dem nicht sonderlich realistischen, dafür aber gnadenlos überzeichneten Treiben beizuwohnen. Feldman trägt den Film fast allein und bewältigt diese verantwortungsvolle Aufgabe sehr souverän. Leider – wie ich es bei spanischen Filmen des Öfteren erlebe – verzettelt sich das Drehbuch irgendwann und bekommt kein vernünftiges Ende hin, keinen richtigen Höhepunkt, keinen Paukenschlag zum Finale. Gerade wegen seiner außergewöhnlichen Verrücktheit rechnet man als Zuschauer mit einer dem würdigen Überraschung und hat sich vermutlich auch vorher schon so seine Gedanken gemacht, was da wohl noch kommen mag, doch geht „The Birthday“ anscheinend die Puste aus. Die Ideen- oder Mittellosigkeit wird mit von dissonantem Krach unterlegten, anstrengenden, chaotischen Bildern zu überspielen versucht, die mit einer Andeutung enden und mich spätestens mit Einsetzen des Abspanns maßlos enttäuscht haben. Wirklich zu sehen bekommt man nichts, selbst der Ausgang der Geschichte wird nicht wirklich klar, ist aber auch gleichzeitig weit von einem effektiven, bedeutugsschwangeren offenen Ende entfernt. Sehr schade und unbefriedigend.
„The Birthday“ scheint mir relativ stark von Alex de la Iglesias’ empfehlenswerter Horrorkomödie „El dia de la bestia“ beeinflusst zu sein, auch der überdrehte Humor ist nicht ganz unähnlich, wenn auch nicht so rabenschwarz und weit weniger brutal. Für Fans von de la Iglesias Stil könnte „The Birthday“ aber durchaus ein Tipp sein.