Huch, Porno? Nein, auf den ersten Blick liest man nur „Deep Throat“, auf den zweiten weist das Cover aber eindeutig auf Tierhorror hin.
Vor kurzem kam mir erst „Centipede“ unter, da befanden sich Leute in einer Höhle in Indien und wurden von mutierten Tausendfüßlern gejagt.
Hier befinden sich Leute in einer Höhle in der Schweiz und werden von großen Käfern gejagt.
So ein Stoff sorgt im Allgemeinen für ein kurzweilig trashiges Vergnügen, tut dieser hier auch.
Lockere, in allen Belangen vorhersehbare Story: Vor 50 Jahren stürzte eine Mine ein, in der sich ziemlich tief unten ein Raum voller Smaragde befindet. Das hat Gauner Marcel spitz bekommen und engagiert John Palmer, einen Reiseführer für Extremschauplätze, der direkt mit Frau, Tochter und Sohn anreist.
Noch ahnt John nicht, dass die Gangster keine Höhlentour beabsichtigen, aber die Gangster ahnen ihrerseits auch nicht, dass die Mine von Riesenkäfern bewacht wird, die den Typen nach dem Leben trachten.
Erfahrene Tierhorror-Freunde und „Cave“-Fans mögen sich den Rest bereits ausmalen:
Um seine Heldenposition zu bekräftigen, bewahrt John erstmal einen Typen vorm Sturz in die Tiefe. Man schwingt sich über Abgründe, wundert sich zunächst überhaupt nicht über rattengroße Käfer, während sich der Zuschauer aber darüber wundert, dass nach 50 Jahren Stilllegung Strom und Lift noch immer in Kraft sind.
Dann offenbart Gangster Marcel sein wahres Gesicht und droht John mit der Ermordung seiner Familie, auf die außerhalb der Mine ein weiterer Gauner aufpasst.
Kurz darauf treten auch schon die Riesenkäfer in Erscheinung, die mit Laserwaffen der Marke „Wir schreiben das Jahr 1955 und ballern auf Aliens“ mit spaßig grünen Kugelblitzen platt gemacht werden. Ab und zu wird natürlich auch einer von den Viechern geholt, auf dass die restlichen Survivor – wer hätte das geahnt – final mit der Königin der schwarzen Krabbler konfrontiert werden.
Würde sich die komplette Handlung auf den Minenschauplatz begrenzen, wäre es eine langatmig spackenhafte Darbietung, da die Kulissen mancherorts nach reichlich Pappmachė glänzen und teilweise verdächtig wackeln.
Doch glücklicherweise verschwindet oberhalb der Sohnemann in einem Mineneingang, während Frau und Tochter den Gangstern auf die Schliche kommen, sich alsbald aber ebenfalls den Riesenkäfern ausgesetzt sehen und fliehen müssen.
Tendenziell sprechen die Szenen außerhalb der Mine weitaus eher an, gestalten sich abwechslungsreicher und spannender und bilden darüber hinaus einen willkommenen Kontrast zur etwas eintönigen Höhlenkulisse.
Erst als sich ein Riss im Waldboten auftut und die Viecher ans Tageslicht kommen, muss man konstatieren, dass die CGI gar nicht mal so übel sind, da sich die Objekte recht gut in den Realschauplatz einfügen. Zwar sind einige Bewegungen wie Springen oder wolfsähnliches Anpirschen eher unfreiwillig komisch, dafür sorgen sie für einige unerwartet derbe Splattereinlagen, die man den Machern von Sci-Fi-Channel gar nicht zugetraut hätte.
Da gibt es Hand ab, Arm ab, Fuß ab, Kopf ab und eine Körperteilung in der Waagerechten, was alles recht ordentlich gestaltet wurde.
Darstellerisch sind da nicht so die bekannten Brocken dabei. Leute wie Colm Meaney hat man zwar schon hier und da in Nebenrollen gesehen, doch mit schauspielerischem Talent punktet hier niemand. Zudem ist Hauptdarsteller Christopher Atkins eher eine Fehlbesetzung. Schließlich soll der Kerl ein erfahrener Touri-Experte sein, der auch die Härten solcher Trips erlebt hat, - sieht aber eher aus wie ein gelifteter Hansi Hinterseer im Surf-Fieber.
Ansonsten sollte man innerhalb der dünnen Geschichte nicht nach Logikfehlern suchen, - da finden sich einige mehr als angreifende Käfer, die hier als antike Bewacher der Smaragde erklärt werden, aber nicht, wie sie über Jahrhunderte Nahrung fanden.
Ohnehin, Käfer! Man wird es wohl nie Leid, irgendwelche Insekten mutieren und auf die Filmwelt losgehen zu lassen, - kann mir als Tierhorrorfreund aber nur recht sein.
Schließlich kann man auch mit diesem gering budgetierten Werk seinen Spaß haben, mehr allerdings, wenn man den Blödsinn mit Gleichgesinnten teilt, um ein zeitgleiches „Oh nein“ in die Runde zu werfen, was hier nicht selten vorkommt.
Eingefleischte Tierhorrorfans und Trashfreunde sollten also einen vorsichtigen Blick riskieren, - nach 10 Minuten Laufzeit wird man bereits wissen, ob einem der Stoff zusagt…
6 von 10