Review

Thank you for smoking

Gewissensbisse beim Ausüben des Berufs? Die kann sich Nick Naylor nicht leisten. Sein Beruf ist Lobbyist. Genauer gesagt vertritt er eine Vereinigung - ist also dessen Pressesprecher - die sich mit Tabakforschung beschäftigt. Diese Vereinigung wird von den größten Tabakkonzernen unterstützt. Primär versucht diese Forschungseinrichtung, den Nachweis zu erbringen, dass zwischen Rauchen und Gesundheitsschäden keine Korrelation besteht. Aha.

Nick Naylor (er raucht im ganzen Film übrigens keine einzige Zigarette) lebt von seiner Frau getrennt und findet leider keinen richtigen Zugang zu seinem Sohn. Er hat eigentlich auch keinen richtigen Beruf gelernt. Aber er kann sehr gut reden und Reden halten. Besser gesagt er argumentiert. Und das kann er phantastisch. In dieser verblüffenden Rhetorik liegt ein Hauptreiz des Filmes. Da Naylor es schafft, ein derart brisantes Thema wie das „Rauchen“ seinen Gegnern als „okay“ zu verkaufen, ohne das Thema Gesundheit ins Feld zu führen. Weil das schafft nicht mal er, seinen Gegnern eine Kippe als gesund zu verkaufen.

Besetzt wurde die Hauptfigur mit Aaron Eckhart (Thursday – ein mörderischer Tag), der seine Sache außerordentlich gut macht und den smarten – nicht gänzlich unsympathischen – cleveren Geschäftsmann spielt, den nichts aus der Ruhe bringen kann. Weitere bekannte Gesichter sind Maria Bello (eine Lobbyistin der Alkohol-Fraktion) und William H. Macy (als Senator und Hauptgegner Naylors) sowie Katie Holmes, die als durchtriebene Reporterin zumindest gut aussieht.

Die Satire funktioniert eigentlich über die gesamte Laufzeit. Die Sprüche und Dialoge sind kernig und kein bisschen abgedroschen. Es ist schon erstaunlich, dass ein so heisses Thema (in den Staaten ja noch viel extremer als im europäischen Raum) in einer Satire dermaßen gut funktioniert, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben.

Fazit:

Der Film hätte viel mehr Beachtung verdient. Er ist klasse und macht Laune, sich (k)eine anzustecken.

Leitspruch von Nick Naylor: „Nicht verhandeln, sondern argumentieren.

9/10

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