Review

Ein verfluchter Ring macht die Runde und bringt der jeweiligen Trägerin in plötzlich aufkeimender Vorfreude auf eine baldige Hochzeit den ebenso unerwarteten Tod durch einen Killer.
Dass dieser eigentlich daheim bei Muttern im Koma liegt und sich immer dann klammheimlich zum Morden aufmacht, sobald der ominöse Ring den Besitzer wechselt, ist nur einer der vielen unausgegorenen Handlungsstränge dieses Slashers.

Das Titelgebende tritt dabei zumindest nicht ein, denn bevor es zur Hochzeit kommt, lässt die Braut den späteren Killer Spencer Starkington vor dem Altar stehen.
Dieser hechtet ihr hinterher und bringt sie noch im Fluchtwagen um, während ein Cop zufällig in der Nähe ist und Starkington mit einigen Schüssen niederstreckt.
Dann sackt der Cop den auffälligen Ring der toten Braut ein und schenkt ihn seiner Ische, - ein Fehler, denn ein Familienfluch, gepaart mit einer Menge Jähzorn treibt den Totgeglaubten stets zum neuen Besitzer des Familienerbstückes…

Regisseur Philip Creager, der mit diesem Streifen sein Langfilm-Debüt abliefert, scheint sich primär an den Genrebeiträgen der Achtziger orientiert zu haben, vor allem an deren Schwächen.
Die Schauplätze wirken unauffällig und austauschbar, die Darsteller kommen durch und durch hölzern herüber und lediglich in Sachen Humor und Auflockerung gelingt es ihm, den einen oder anderen kleinen Schmunzler zu verursachen.

Handlungstechnisch ist die Geschichte episodenhaft aufgebaut, obgleich sich jene vom Ablauf her lediglich wiederholen: Ring gerät über Umwege an einen Kerl (Vermieter, Junkie, Redneck…), der die jeweils Angebetete mit dem gekauften, geliehenen oder gefundenen Ring entweder in die Kiste bekommen oder sonst irgendwie beeindrucken will.
Doch kurz darauf erscheint Starkington mit seiner durchsichtigen Plastiktüte auf dem Kopf und holt sich den Ring zurück, natürlich nicht ohne Blutvergießen.
Dazwischen ermitteln eine Coplady und ihr Partner, die bis zuletzt zu naiv vorgehen, um überhaupt einen Zusammenhang zwischen den Opfern und dem Killer herzustellen.

Sonderlich pfiffig geht das Skript ohnehin nicht zu Werke, denn die Figuren verkommen teilweise zu fast comicartigen Erscheinungen ohne Nährwert, wobei die Episode mit dem Junkie beim Pfandleiher noch einigermaßen unterhaltsam ausfällt.
Ansonsten langweilen die Sequenzen eher mit den obligatorischen Zutaten wie etwas nackter Haut oder dem bemühten Hervorkitzeln von Vorurteilen zwischen Mann und Frau.
Auf Dauer wirkt das komplette Geschehen dröge und einfallslos, trotz der stets wechselnden Opferschaft.

Die FSK16 deutet indes auch an, wie harmlos die Morde ausfallen dürften, da stellt der Schlag mit einer Eisenstange im Genick bereits den derbsten Gewalteffekt dar, während fast alle anderen Morde im Off stattfinden.
Eine sonderliche Bedrohung geht von dem Tunichtgut ohnedies nicht aus, da zu keiner Zeit einleuchtet, wie der vom eigentlich komatösen Zustand zu einem stummen Mörder mutiert und vor allem stets weiß, wo sich der Ring gerade befindet.
Immerhin durchleuchten einige Flashbacks im letzten Drittel, welche Reise jener Ring über einige Umwege überhaupt gemacht hat, was den Unterhaltungswert zumindest für einige Minuten nach oben treibt.

Dennoch kann „Blutige Hochzeit“ kaum als gelungene Horror-Komödie angesehen werden.
Die Dialoge sind uninspiriert und meistens ohne Pointe, die wenigen skurrilen Figuren und die harmlosen Running Gags kaschieren kaum den fehlenden Pep und am Ende dürften allenfalls eingefleischte Trash-Fans ein wenig auf ihre Kosten kommen.
Freunde des Slasher-Genres können diesen Streifen hingegen getrost übergehen, - so blutig, wie sich das Unterfangen andeutet, gestaltet es sich leider zu keiner Zeit und allenfalls die passable Grundidee des Episodenaufbaus rettet vor der totalen Beliebigkeit.
3 von 10

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