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Als ich im Vorspann den Namen des Regisseurs, Rospo Pallenberg, las, dachte ich, schmunzelnd. Das klingt nach Clown, schmeckt bestimmt lustig. Und was soll ich sagen? Cutting Class ist, teilweise, wirklich lustig, womit er sich von der Slasher-Konkurrenz immerhin ein wenig abhebt. Ende der 1980er-Jahre war das einst gewinnträchtige Subgenre nur noch ein Schatten seiner selbst. Das ewig gleiche Szenario löste selbst bei hartgesottenen Fans das große Gähnen aus, die eindimensionalen Klischee-Teenies langweilten, und die diversen Mordszenen - fast alle schon mal woanders und wesentlich besser inszeniert gesehen - lockten niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Auf wie viele verschiedene Arten kann man einen Hals durchschneiden oder eine Axt in einen Kopf schlagen? Eben.

Darunter leidet auch Cutting Class, der immerhin mit Jill Schoelen, Donovan Leitch, Brad Pitt, Brenda James und Roddy McDowall gut besetzt ist. Schauplatz des Geschehens ist dieses Mal eine Highschool, und der unbekannte Mörder macht keinen Unterschied zwischen Lehrer und Schüler. Die diversen Morde (der Bodycount ist überschaubar) sind eher zurückhaltend in Szene gesetzt; kein Vergleich zu der Blutrunst von früheren Genrevertretern wie z. B. The Burning oder The Prowler. Am besten, weil recht originell, ist die Szene, in der eine Frau auf einem Photokopierer getötet wird, welcher das Gesicht der Sterbenden teilnahmslos ablichtet. Und der Mord auf dem Trampolin ist auch noch erwähnenswert. Der Rest ist wenig berauschend und auch nicht besonders gut gemacht.

Jill Schoelen als Paula Carson ist gewohnt gut als die brave, cheerleadernde Schülerin, während ihr Freund Brad Pitt routiniert die coole, rebellische Sportskanone mimt. Daß er einmal zu einem absoluten Superstar der Traumfabrik aufsteigen wird, darauf deutet an seiner Performance hier nichts hin. Aber Gelegenheit macht Liebe, und so wurden Jill Schoelen und Brad Pitt auch hinter der Kamera ein Paar (die Beziehung hielt jedoch, trotz Verlobung, nicht allzu lange; Jill gab dem Pittster den Laufpaß). In den wenigen Minuten, die ihm vergönnt sind, reißt Roddy McDowall als voyeuristisch veranlagter Schuldirektor Mr. Dante den Film an sich und stiehlt allen die Show. Nicht ganz so komisch, aber doch gelungen, ist der Running Gag mit Paulas verwundeten Vater (Martin Mull), der sich schwer verletzt durch die Gegend schleppt, allen Hindernissen zum Trotz. Und der irre Schulwart ist auch nicht zu verachten.

Cutting Class
ist ein höchst durchschnittlicher Vertreter seiner Zunft, der angemessen unterhält, aber weit davon entfernt ist, seine Zielgruppe zu begeistern. Als Jill Schoelen-Fan wird man jedenfalls ordentlich bedient, denn die sympathische Aktrice hat viele (leckere) Szenen und macht sich als "Final Girl" sehr gut. Und das wertet diesen Durchschnittsslasher gehörig auf.

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