Als ich erstmals von Zathura hörte, hatte ich nicht allzu hohe Erwartungen an den Film. Schließlich war die ganze Idee quasi nur eine Kopie vom derzeit kurzweiligen und spannenden Jumanji. Doch die Weltraum Adaption ist Jumanji durchaus ebenbürtig und hält einiges an eigenen, frischen und überraschenden Ideen bereit.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Brüder Walter und Danny, welche sich meistens nicht besonders gut verstehen. Zank und Streit um die üblichen Dinge, die Kinder so beschäftigen, sind an der Tagesordnung. Vor allem aber konkurrieren sie um die Zeit, die sie mit ihrem Vater verbringen dürfen und jeder möchte besonders viel Spielzeit für sich. Als der Vater aus beruflichen Gründen das Haus verläßt und die beiden mit ihrer Schwester allein läßt, kriegen sich die Brüder wieder mal in die Wolle und Danny landet im Keller, wo er auf das Brettspiel "Zathura" stößt. Da Walter nicht mit ihm spielen möchte, versucht er es allein und tut den ersten Zug...
Von da an beginnt eine aberwitzige und abwechselungsreiche Odysee im Weltraum, denn alles, was im Spiel vor sich geht, hat direkte Konsequenzen für die Realität und nur das erfolgreiche Absolvieren des Spiels kann den Alptraum wieder beenden.
Der Film beginnt recht moderat. Anfängliche Ereignisse lassen sofort das Jumanji - Feeling wieder aufkommen, aber neuartige Ideen sind vorerst nicht zu verzeichnen. Dies ändert sich jedoch im Laufe der Zeit, das Tempo zieht an und die Handlung beginnt sich zu entfalten.
Dabei hält der Film so einige Überraschungen bereit und sorgt stets für einen angezogenen Spannungsbogen. Auch wenn es stets kinderfreundlich bleibt, und es keine Schockeffekte und keine Brutalität gibt, wird es auch für ältere Zuschauer niemals langweilig. Humor ist ebenfalls vereinzelt eingestreut, der jedoch allenfalls zum wohlwollenden Schmunzeln führt, aber bis auf wenige Ausnahmen nicht ernsthaft zündet. Letztlich will der Film ohnehin nur eines: Spannung und Faszination. Und das gelingt ihm.
Die Rollen der Kinder sind glücklicherweise erträglich ausgefallen. So verhalten sie sich zwar an einigen Stellen etwas nervig und ein bißchen dämlich, so dass man sie am liebsten verprügeln würde - doch halten sich diese Stellen zum Glück einigermaßen in Grenzen und sind auch eher im ersten Drittel des Films zu finden. Die meiste Zeit bleiben wir davor bewahrt, über das Verhalten der Protagonisten den Kopf zu schütteln.
Fazit:
Zathura ist ein Film für Junge und Junggebliebene, die sich auf eine faszinierende Reise in eine Fantasiewelt einlassen möchten, ohne sich dabei allzusehr über dümmliche Kinder zu ärgern (Chroniken von Narnia - König von Narnia) oder nur eine simple Adaption von Jumanji präsentiert zu bekommen. Auch wenn deutlich zu erkennen ist, woher Zathura seine Inspiration hernimmt, so bleibt doch eine Vielzahl eigener Ideen und Ereignisse, die den Film zu einem kurzweiligen Erlebnis machen und in den man gerne noch einmal reinschaut. Auch wenn ich sagen muß, dass Jumanji doch noch einen Tick besser war. 8/10