Lange her seit ich Jumanji, den Vorgänger von Zathura sah. Inzwischen sind viele Jahre vergangen und gestern lag also Zathura in unserem Briefkasten. Frisch aus der Online-Videothek ohne lange Wartezeiten quasi direkt nach der Veröffentlichung. Erfahrungsgemäß bedeutet das schon mal nix gutes, denn aktuelle Titel bekommen wir so gut wie nie in den ersten vier Wochen nach erscheinen zugesandt und wenn doch sind derlei Filme meistens ziemlich miserabel, daher keine große Kundennachfrage und die schnelle Lieferzeit.
Vorab muß ich schon erwähnen, daß der Film nicht für mich gedacht war, sondern für meinen 11-jährigen Sohn, aber nachdem der nach den ersten 10 - 12 Minuten das Handtuch warf und lieber zum schwimmen ging blieb mir altem Geizkragen nichts anderes übrig als den Streifen allein anzuschauen. Schließlich ist man ja Schwabe und was man bezahlt hat schaut man sich schließlich auch an. Leider!
Zathura handelt von drei Geschwistern, die wieder mal bei Papa zum Besuchswochenende sind. Daddy ist wie immer in solchen Filmen natürlich trotz der Anwesenheit der Kids mit beruflichen Dingen beschäftigt, was zwar der Tochter im Teenageralter wenig ausmacht, dafür aber den beiden Jungs Walter und Danny, die durch den Vater vernachlässigt ständig am streiten sind. Irgendwann findet dann Danny endlich im Keller das Spiel "Zathura" und fängt an es zu spielen. Klar, wie in "Jumanji" erwacht das Spiel zum Leben und schickt die drei Kids auf eine Reise ins Weltall...
Mehr will ich hier zur Handlung gar nicht mehr sagen. Falls irgendwer da draussen tatsächlich Lust haben sollte sich den Film anzuschauen will ich hier nichts vorweg nehmen.
Für meine Begriffe hat der Film zuerst mal einen enormen Nervfaktor. Das ewige Gezeter der beiden Brüder ging mir nach wenigen Minten schon derart auf den Keks, daß ich kurz vor dem abschalten war (aber siehe oben weshalb nicht). Diese Konflikte sind derart konstruiert und ausgelutscht, aber leider immer noch gut genug um irgendeinem Drehbuchschreiberling dazu zu dienen seinen dürftige Story etwas aufzupeppen.
Natürlich kommt dann auch noch die Läuterung des "bösen" Bruders Walter, der den kleinen Danny immer so triezte usw. usw.
Also vorhersehbar von Anfang bis Ende. Schade eigentlich, technisch ist der Streifen absolut perfekt. Die Meteoriteneinschläge im Wohnzimmer und vor allem die Szenen, als die Raumschiffe der Aliens in das schwarze Loch gesogen werden sind sehr gelungen.
Der anfangs erwähnte Jumnaji ist einen Tick besser geraten, wahrscheinlich weil die Geschichte damals noch neu war und einige nervtötende Klippen drehbuchtechnisch umschifft wurden. Ein Meisterwerk ist er aber trotz Robin Williams in der Hauptrolle nicht.
Fazit: Sicherlich ist Zathura kein Film für Erwachsene. Für Kinder garantiert in Ordnung, obwohl mich die Reaktion meines Juniors echt überraschte. Der schaut sich sonst wirklich jeden Müll an, ohne wenn und aber. Diesen aber nicht und das Wetter war das erste Mal seit Wochen nicht besonders zum baden geeignet.
Vielleicht hat er ja doch den Filmgeschmack des Vaters geerbt...