Review

Während der Abwesenheit ihres Vaters entdecken die Geschwister Danny und Walter im Keller des neu erstandenen Hauses ein mechanisches Brettspiel namens "Zathura", das laut Verpackung ein ganz besonderes Abenteuer verspricht. Und das ist wirklich nicht übertrieben, denn kaum ist das Spiel einmal in Gang gesetzt, werden die Kinder mitsamt dem Haus in den Weltraum katapultiert, wo man sich einigen intergalaktischen Gefahren ausgesetzt sieht: Ein Meteoriten-Schauer verwüstet das Wohnzimmer, ein durchgedrehter Roboter hetzt die beiden durch die Bude und ihre große Schwester Lisa wird spontan tiefgefroren. Als dann später noch ein seit 15 Jahren durchs All segelnder Astronaut und die Raumschiffe der Zorgonen - fiese echsenartige Aliens - auftauchen, ist das Chaos perfekt. Die einzige Möglichkeit, wieder heil auf die Erde zurückzukehren, besteht darin, das Spiel zu beenden und den ominösen Planeten "Zathura" zu erreichen. Leichter gesagt als getan... "Jumanji... in Space". Auf diesen einfachen Nenner kann man "Zathura - Ein Abenteuer im Weltraum" bringen, was natürlich kein Wunder ist, denn immerhin stammen die Kinderbuch-Vorlagen zu beiden Streifen aus der (Zeichen-)Feder von Chris Van Allsburg, der hier ganz angenehm das Zauberspiel-Motiv des Robin Williams-Vehikels in einem einigermaßen dem Science-Fiction-Genre zuzuordnenden Setting (aber ohne Rücksichtnahme auf etwaige physikalische Korrektheiten) variiert. Unter der Aufsicht von Eigentlich-Schauspieler-aber-nebenbei-auch-Regisseur Jon Favreau, der sich mit diesem unumwundenen Effektfilm sicherlich schonmal bei Marvel für den Regie-Posten von "Iron-Man" empfohlen haben dürfte, ist aus der altbekannten Geschichte dann auch wiederum ein recht aufregendes, actionreiches und humorvolles Spektakel geworden, das natürlich wie für ein Publikum im Vorschulalter gemacht ist. Dass aber auch ältere Semester ihren Spaß mit diesem lockeren Filmchen haben werden, liegt zum einen an den wirklich formidablen F/X aus den Stan Winston-Studios, die wieder mal mächtig erstaunlich geraten sind, und andererseits an dem Drehbuch des Autoren-Gespanns David Koepp und John Kamps, das die üblichen Stolpersteine (sprich: infantile Witze und der moralinsaure Message-Vorschlaghammer) weitestgehend recht geschickt umschifft. Der Kurz-Auftritt des frisch gebackenen Oscar-Preisträgers Tim Robbins verleiht dem Ganzen dann noch einen Hauch von Seriosität, den man in solchem harmlosen Familien-Entertainment gemeinhin vermisst, obwohl sich der Charakter-Mime dem lässigen Charme dieses Fantasy-Streifens augenscheinlich auch nicht entziehen konnte. Im direkten Vergleich zum Quasi-Vorgänger fällt auf, dass das Ganze trotz der eher von technischen Mätzchen geprägten Umsetzung (also detailliert ausgearbeitete Roboter und Alien-Raumschiffe) wesentlich organischer und weniger synthetisch daherkommt als "Jumanji" mit seinem nur mäßig überzeugenden, beinahe zu sterilen CGI-Viehzeug. Die Zorgonen selbst stammen dann noch nicht einmal aus dem PC, stattdessen gibt es ein paar ausgefeilte Gummi-Kostüme zu sehen, die nur im Nachhinein ein wenig digital nachbearbeitet wurden. Da sich der Handlungs-Raum lediglich auf das durchs All düsende Haus beschränkt, rücken die Darsteller ganz automatisch in den Mittelpunkt und drohen deshalb auch nicht wie damals, in dem ganzen Trick-Brimborium unterzugehen. Insgesamt halten sich die ruhigen Momente und die reine Krachbumm-Action ungefähr die Waage, aber dennoch ist "Zathura - Ein Abenteuer im Weltraum" ein völlig grandioser Effektfilm, der durch seine nahtlose Verbindung von klassischen Modell-Tricks und modernen CGIs zu gefallen weiß. Fazit: Ein Nicht-nur-für-Kinderfilm, was wohl das größte Kompliment sein dürfte, das man einem Streifen dieser Art machen kann.

7/10

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