Aus dem tiefen Tal der Karriereniederungen Eddie Murphys stammt auch "Metro", ein formelhafter Polizeithriller, der uns aller Motormaul mal als Geiselnahmen-Verhandlungs-Spezialisten zeigt, ein Job, für den er mit seiner Schnauze wahrlich prädestiniert ist.
Vermutlich war das auch der Grund für die Besetzung, ansonsten glänzt der Film jedoch nur mit bekannten Actionversatzstücken, die jedoch passabel aneinandergeklebt worden sind.
Der Ablauf ist dann auch recht schnell vorherzusagen: eine Pre-Title-Sequenz, in der uns der Hauptcharakter deutlich vorgestellt wird, dann ein böser Bube der besonders gewissenlosen Art, gefolgt vom getöteten Freund und Mit-Polizisten. Einem wutschnaubenden Murphy wird dann natürlich ein neuer Partner vor die Nase gesetzt (ein sehr guter Michael Rapaport), der ihm dann nach anfänglichen Schwierigkeit bei der Jagd nach dem Gewissenlosen hilft.
Das Beste an "Metro" sind die bisweilen recht furiosen Actioneinlagen, die auch einige rasante Autojagden mit einschließen. Leider muß sich der Film dann übermäßig auf Murphy und seine Freundin einschießen, die dann vom Täter bedroht wird, ein erzählerischer Einfall, der nie so recht in die Pötte kommt. Rapaports Ausbildung (das Interessanteste am Film) wird nebenbei eingeworfen, aber wir haben es ja auch mit einem Starvehikel zu tun.
Gut auch Michael Wincotts eiskalter Killer, der (ein schlechter Plot-Einfall) mit seinem dämlichen Bruder geschlagen ist, was zuviel Filmzeit einnimmt. So rumpelt der Film natürlich auf einen Zweikampf am Ende zu, der ebenso zurückhaltend wie virtuos inszeniert wurde und mal nicht mit Bombast zugeschüttet wurde.
Leider verderben die letzten Szenen den guten Eindruck, in denen Murphy mit seiner Freundin am Schluß auf Tahiti Schwachsinn witzelt, bis das Band in der Kamera endlich zuende war, ohne noch einmal ein Fazit für sich oder andere Beteiligte zu ziehen. Dabei blödelt er in "Metro" sonst vergleichsweise ähnlich und so kann nur das harte Urteil folgen, daß hier dem "witzigen" Superstar wieder mal die Möglichkeit geopfert wurde, auch mal eine normalmenschlichere Seite der Murphyfigur abzugewinnen. Der Snack für zwischendurch, bevor die Pizza kommt. (6/10)