"Warum macht jemand so etwas? Mit nem Gewehr auf dem Dach zu sitzen, ist mir lieber."
Inspektor Scott Roper (Eddie Murphy) ist ein Verhandlungsexperte bei der Polizei von San Francisco, der besonders bei Geiselnahmen schnell um Unterstützung gebeten wird. Als er den noch in der Ausbildung befindenen Kevin McCall (Michael Rapaport) als Partner und Stellvertreter zur Seite gestellt bekommt, wird Roper's Freund und Kollege Sam Baffett (Art Evans) während einer Wohnungsdurchsuchung von dem kaltblütigen Michael Korda (Michael Wincott) erstochen. Roper macht dies zu einer persönlichen Angelegenheit und bekommt den Mörder seines Freundes nach der Geiselnahme in einem Juweliergeschäft zu fassen. Dieser beauftragt aus dem Gefängnis einen Anschlag auf Veronica Tate (Carmen Ejogo), die Freundin von Roper, mit der er sich gerade erst wieder zusammengerauft hat.
"Metro - Verhandeln ist reine Nervensache" verläuft anders als der Film zunächst vermuten lässt. Nach einer sehr klassisch inszenierten Einstiegssequenz, in der sich der Protagonist Roper seinem speziellen Aufgabengebiet widmet, beschäftigt sich die Actionkomödie zunächst um Plotaufbau und Charaktere, bleibt dabei aber immens oberflächlich.
Wo vergleichbare Filme nur ein Grundgerüst an Figurenzeichnung liefern und eher darauf aus sind Witz und Tempo voran zu treiben, lässt "Metro" unüblich viel Platz, um eine Beziehungsgeschichte zu dramatisieren. Darunter leidet insbesonders die erste Hälfte des Films, denn für die unterhaltsamen Sprüche von Eddie Murphy ("Der verrückte Professor") und einer Spannungssteigerung bleibt kaum freier Raum. Ohnehin verläuft "Metro" wesentlich ernster als die sich ähnelnde "Beverly Hills Cop"-Reihe. So ernst, dass Murphy's freches Mundwerk hin und wieder garnicht durchsickert.
Kläglich scheitert "Metro" an den Versuchen eine plausible Beziehungsklamotte aufzustellen. Besonders aus dem Grund, da sie nicht plausibel ist. Während der Protagonist mit ein paar versöhnenden Wörtchen seine geliebte Person wieder für sich gewinnen kann, fällt die Konkurrenz ungesehen unter den Tisch. Oberflächliche Figuren treffen auf klischeehafte Situationen. Und auch sonst bietet der Film keinerlei Überraschungen oder Dynamik zwischen den Charakteren, sondern nur ideenlose konventionelle Kost.
Die Stärken von "Metro" beginnen in der Mitte des Films und zeigen sich durch stimmungsvolle Actionszenen. Der absolute Höhepunkt ist eine Verfolgungsjagd durch die Strassen von San Francisco, für die eine der bekannten Strassenbahnen von San Francisco herhalten muss. Heraus stechen diverse Stunts und eine sehenswerte Materialschlacht, die gerade noch so bodenständig bleibt. Das Finale fällt dagegen etwas kürzer und weniger spektakulär aus. An sich ist der Gehalt an Action überschaubar, dafür aber aufwändig inszeniert.
Die Interaktion zwischen den Charakteren ist funktionell, jedoch zu selten sichtbar. Gerade die Kombination aus Eddie Murphy und Michael Rapaport ("The 6th Day") sorgt während vereinzelten Ausbildungsphasen immer wieder für Lacher, die viel zu selten ausgespielt werden. Somit leidet der bemühte Rapaport neben Carmen Ejogo an fehlender visueller Präsenz. Michael Wincott ("The Crow") dagegen erhält genügend Freiraum um seinen obligatorisch gefassten Bösewicht glaubwürdig zu vermitteln.
Ganz eindeutig reiht sich "Metro" nur im mittleren Feld der Actionkomödien ein. Zu wenig wird hier interagiert, zu viel auf ein aufgeblähtes Beziehungsdrama gesetzt und zu konventionell ist der Handlungsaufbau. Gerade das Potential von Quasselstrippe Eddie Murphy und dem Zusammenspiel zwischen ihm und Michael Rapaport bleibt ungenutzt. Die Actionszenen dagegen zeigen, wie flottes Actionkino auszusehen hat.
5 / 10