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Experte für Geiselverhandlungen Scott Roper (Eddie Murphy) bekommt einen neuen Partner an die Seite gestellt (Buddyaction), ein Freund von ihm verliert das Leben (jetzt wird’s persönlich) und seine Freundin wird bedroht (noch persönlicher!).

Somit verfügt Thomas Carters Film über einen altmodisch-typischen 90er-Jahre Plot mit ebensolchen Figuren und Mechanismen. Im positiven Sinne altmodisch sind die handgemachten Effekte. Das Auge ist inzwischen so an FX aus dem Rechner gewohnt, dass Sequenzen wie das sich durch San Francisco randalierende Cable Car ein nostalgisches Lächeln auf's Gesicht zaubert. Da kann das Finale nicht mehr mithalten. Zwar gibt es bis dahin die ein oder andere Verfolgungsjagd, doch generell hätte dem Film mehr Action gut zu Gesicht gestanden, über die zweistündige Laufzeit macht sie sich etwas rar. Auch das Thema Verhandlungen mit Geiselnehmern nimmt trotz Ropers Profession nur eine Nebenrolle ein; am Ende läuft es, man kann es sich alsbald denken, auf die persönliche Abrechnung hinaus. Das ist ok, aber auch nicht mehr.

Murphys Rolle lehnt sich an die in Beverly Hills Cop an, wenn er auch glücklicherweise nicht ganz so überdreht agiert. Dafür mit mehr Augenmerk auf seiner Beziehung zur Ex. Diesem Subplot wird definitiv zu viel Zeit eingeräumt, in dieser Ausführlichkeit bringt es weder den Film noch die Figuren merklich weiter.
Ihm gegenüber steht der öfters auf Schurkenrollen abonnierte Michael Wincott, welcher sich in den restlichen Film dergestalt gut einfügt, dass er völlig ok, aber eben nicht mehr ist. Immerhin bringt er mit seiner kalten Art noch etwas mehr Bedrohung in die Szenerie.
Kein Vorwurf an ihn oder Murphy, da das Drehbuch einfach einem sehr bekannten Schema folgt, aus dem es auch keine Anstalten macht, auszubrechen. Der Rest vom Cast ist ebenfalls in Ordnung, Grund zur Klage gibt es nicht. Michael Rapaport wirkt als Murphys Sidekick verschenkt, denn für seine Figur scheint sich der Film nicht sonderlich zu interessieren.

Auch audiovisuell grundsolide, ist „Metro“ ein Beispiel für einen okayen 90er-Jahre Genremix, kann mit einer tollen Actionsequenz im Mittelteil und einer brauchbaren Besetzung glänzen. Kein Highlight, aber über weite Strecken unterhaltsam.

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