Review

Ernest Gray führt mit seinem Buchladen ein beschauliches Leben. Als aber eines Tages seine kleine Tochter entführt wird, entpuppt sich der Leise­treter als Ex-Spion und geht auf einen Rachefeldzug.

Ich hab jetzt schon einige Streifen mit "Actionheld" Frank Zagarino gesehen (und denke dabei mit Grausen an die Airboss Reihe), aber wirklich zähl- und brauchbares hat er selten zustande gebracht. Was hier allerdings zusammengepfuscht wurde ist sogar in mehrfacher Hinsicht ein Anschlag auf die zerebrale Gesundheit der Zuschauer. Es wird von A bis Z auf Amatauerniveau gestümpert, obwohl vor und hinter der Kamera Leute sitzen die es eigentlich können sollten.
Das Drehbuch ist dabei nicht sonderlich originell, aber noch das geringste Problem. Ex-Special Agent bekommt Besuch von eingeknasteten Schurken aus seiner Vergangenheit gabs jetzt auch schon ein paar mal, ist aber kein Grund nicht einen akzeptablen B-Actioner daraus zu zaubern. Allerdings wird die Geschichte hier ziemlich lahmarschig zelebriert. Es gibt einfach viel zu viele Dialoge und dummerweise sind die von furchtbarerer Qualität. Das Dummgesülze ist irgendwo jenseits der Soap- und Dusseligkeitsgrenze angesiedelt, gibt kaum Sinn und zieht die Story nur unnötig in die Länge.
Noch schlimmer sind dafür aber diejenigen, die diese vortragen. Zagarino läuft auf Autopilot. Das schmalzige Liebesgeflüster zwischen Gray und Mariana ist schon schlimm genug, aber wem wirklich ein schadhafter Pilz an empfindlichen Stellen gebührt, ist die Blödnuß, die die 11jährige Tochter des Helden spielt. Die nervt in jeder Minute mit ihrer Präsenz, schlechten Schauspielerei und neunmalklugen Art. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen sämtliche Dialoge der kleinen Höllenbratze zu fast forwarden. Der Film wird auf einmal sehr kurz, wenn man sich nur auf die Actionszenen konzentriert.
Apropos Actionszenen. Die gehören ebenfalls in die Tonne getreten. Nicht nur das merklich mit Spielzeugwaffen hantiert wird, man sollte auch wirklich mal auf die Einschüsse achten. Der Abschuß von Lewis sieht schon peinlich aus, wenn man überdeutlich schon vorab das Blutpäckchen unter dem weißen Shirt erkennt, richtig lustig wirds bei den Schießereien im Buchladen oder der alten Fabrik. Es sieht wirklich aus als würde hier mit Kreidekügelchen geworfen werden. So pufft ein wenig Staub auf wenn die Kugel auftrifft, anstatt das die kinetische Energie ein dickes Loch in ein Bücherregal reißt, man sollte lachen, wenns nicht so traurig wäre. Ein Brüller auch der Abgang des Oberfieslings der in einem fahrenden Auto den erbeuteten Koffer öffnet und ein zweifelsfrei parkendes Wrack in der nächsten EInstellung explodiert. Wer immer für den Cut und der Continuity zuständig war, sollte in Zukunft lieber Burger umdrehen.
Von der Höchststrafenpunktzahl befreit die Nummer lediglich, das einige Darsteller dabei sind die ich sonst recht gerne sehe. Brian Genesse ist erfahrener Darsteller in solchen Vehikeln, Zagarino ist auch kein völlig unsympathischer Mensch und Robert Vaughn bringt auch immer seine naturgegebene Souveränität mit ein. Sonst fällt mir echt nichts positives ein, was man zu diesem Trauerspiel sagen könnte.
2/10

Details
Ähnliche Filme