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Was erst nach dröger Mittelklasse aussieht, dazu auf einschlägigen Plattformen auch noch mäßig bewertet, macht beim Lesen der Darstellerliste schon mehr Lust. Tatsache, eine absolute Testosteron-Bombe mit völlig losgelöstem Mundwerk, verbal und körperlich so hart wie Nägel! Altmeister Sidney Lumet führt uns durch einen der härtesten und authentischsten Polizeifilme der 90er-Jahre, tief in den Sumpf aus Korruption, Rassismus und Gewalt. Klar, wir lieben die „Dirty Harry“-Figur, immer unerbittlich gegen das Verbrechen, doch hier wird die wohl realistischere Kehrseite eines solchen Charakters gezeigt. 
Nick Nolte und Armant Assante sind in ihrer absoluten Prime und geben dankenswerterweise auch noch Vollgas. Aus heutiger Sichtweise, zumindest der des züchtigen Mainstreams, kaum zu ertragen. Perfekt! Die interessanteste Komponente ist die vermeintlich verquere Darstellung der Rollenbilder. Nolte als Polizist, ein wildes Tier, spezifischer, ein räudiger tollwütiger Hund, beißwütig gegen alles und jeden. Dagegen Assante ein Gangster mit Stil und Benimm, auf wachsender Distanz zum Unrecht. 
Eine schöne (Wieder)Entdeckung und wieder mal die Erkenntnis, dass die Vergangenheit voller Schätze ist, der Drang nach immer Neuem nicht der vielversprechendste Ansatz ist.

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