Michael Delaney ist verzweifelt. Nur um eine Frau zu beeindrucken, verspielt er in Las Vegas nicht nur sein ganzes Geld, er nimmt im Casino auch noch einen Kredit auf. Dass er dieses Geld mit seinem Job als Comiczeichner nicht zurückbezahlen kann, ist ihm schon klar, aber dem Casinobesitzer gefällt dies gar nicht. Für 30 Tage wird Michael jeden Tag ein Pfand weggenommen, nach Ablauf dieser Frist wird er sich entweder von 50000 $ oder von seinem Leben trennen müssen.
Langsam werde ich echt sauer auf American Pie, denn die Dutzende an ähnlichen Nachziehern haben die unangenehme Angewohnheit ständig neue Tiefen des schlechten Geschmack ausloten zu wollen. Tomcats geht ebenfalls stramm in diese Sparte, hat aber zumindest noch ein paar heitere Momente, über die man sich nicht nur im Vollsuff amüsieren kann. Das Programm ist klar, es gilt ohne Mitleid in 90 Minuten die maximale Anzahl an übertriebenen Fäkal-, Sex- und Peinlichkeitswitzchen unterzubringen, um dem prollwilligen Publikum ein weiter "boah, ist das krass" zu entlocken.
Der Torso einer Story bei Tomcats um den guten Michael, der zum Ausgleich seiner Schulden an einen Fond kommen möchte den er und seine Kumpels seit sieben Jahren anfüttern. Hierzu muß er allerdings der letzte Unverheiratete aus der Clique sein. Da außer ihm und Kyle alle inzwischen unter der Haube sind, muß Michael seinen Kumpel mit aller Gewalt und allen Tricks vor den Traualtar treiben.
Um den Film erträglich zu machen sollte man allerdings sein Niveau vorab schon auf Teppichkannten Höhe senken. Anspruch oder Intelligenz sind eher hinderliche Attribute. Witze über Dauererektion oder Hodenkrebs sind ja eher Geschmackssache. So bewegt sich der Film immer ein wenig auf dem schmalen Grat zwischen ganz witzig (Bibliothekarin und ihr Sexspielzeug), noch erträglich (voller Einsatz in der Samenbank) bis hin zu eher blöde (Jagd nach dem Glitschei mit anschließendem Testikel Nachtisch). Eine durchgehende Quaität gibts leider nicht.
Die Darsteller overacten sich zwar durch ihre Episoden, kommen aber noch recht sympathisch rüber. Der Ablauf ist locker vorhersehbar, das Michael sich selbst in das verkupplungswillige Weibchen verliebt und das mit aller Gewalt in den letzten fünf Minuten hebeigeführt werden muß, kann sich jeder denken, der schonmal ähnliche Streifen aus der Ferne gesehen hat. Bleibt als Fazit ein gelegentlich nett, aber im Grunde herzlich überflüssig.
5/10