Review

Nach dem "Snake-Man" können wir auch gleich noch den "Shark Man" abfrühstücken, der übrigens nie so menschlich einladend ausschaut wie auf dem Anreißerplakat, sondern komplett in Reißschwenks am PC entstanden ist und einfach wie ein angematschter Hammerhaikopf ausschaut.
Darum heißt der Film ja auch "Hammerhead" und setzt mit dem psychologischen Untertitelfaktor "Shark Frenzy" die Meßlatte schon mal gleich ganz hoch (so ca. 12 cm).

Worum es geht: unser alter SF- und Horror-Spezi Jeffrey Combs ist allmählich in die Jahre gekommen, spielt aber immer noch in jedem habhaften Genrefilm seinen Gastauftritt runter. Darum hat er hier wohl auch die Rolle von Dr. Preston King, einem "mad scientist" wie er im Strafgesetzbuch steht angenommen. King wirkt wie eine verkniffene Mischung aus einem Zwangsneurotiker und Dr.Mengele und ist übel drauf, weil man seine Talente zuvor nicht ausreichend gewürdigt hat. Was ein Wunder, ist er doch ein handfester Soziopath, der seinen krebskranken Sohn mal eben zum Hammerhaimutanten gemacht hat (man lasse sich das auf der Zunge zergehen) und nun wünscht, daß der mal einen lebensfähigen Nachkommen zusammensamt. Dazu läßt er ihn reihenweise arme und hilflose Frauen bespringen, die dann Mutantenbabys der nicht lebensfähigen Sorte bekommen. Weil Pauls Hai-Gene langsam die Oberhand gewinnen, startet King seinen Masterplan: er lädt seinen ehemaligen Chef samt Stab zum Dinner (hehehe...) einfliegen, das natürlich auf der einsamen, abgelegenen, handyuntauglichen Südseeinsel stattfindet. Dort macht er dann auf Dr. Zaroff und läßt die Hunde und die Haie los, darüber hinaus mutiert die Flora der Insel fröhlich vor sich hin und ist auch nicht lieb zu Fußgängern.
Unpraktischerweise ist auch seine wissenschaftliche Nachfolgerin und Brillenschnuckel Amelia Lockhart (aua!) mit dabei, die früher mit Paule eine heiße Nummer (oder auch mehrere) geschoben hat, diesen aber nun tot wähnt. Deswegen hat sie wiederum ihren Gschpusi Tom Reed (William Forsythe macht in diesem Fall das C-Star-Namedropping komplett) mit dabei, der eigentlich nur IT-Futzi ist, aber unglücklicherweise für Dr. King jedes Gerät reparieren oder kurzschließen und noch dazu mit jeder Knarre umgehen kann, wenn er nicht gerade Henchmen im Dutzend vermöbelt.
Alsbald ist die Jagd eröffnet und unsere sechs Opfer rennen um ihr Leben, um nacheinander die Möglichkeiten auszuschöpfen, die so eine Insel bietet (wandern, Auto fahren, Boot fahren, Hubschrauber fliegen), welche aber nacheinander wegfallen, weil Kugelhagel alles der Reihe nach explodieren lassen. Dazu kommt noch, daß Paul so ziemlich überall und nirgends ist und mit Sicherheit ständig über die Insel hetzt oder aus dem seichtesten Binnentümpel hechtet, worauf hektisch mit der Kamera gewackelt wird, damit die Tricks nicht so aufwändig werden.

Wohin das führt, ist klar, am Ende bleibt das stabile Pärchen übrig und fackelt die Butze ab, bis dahin darf Dr.King aber noch längere Zeit mit seinem Wissenschaftsfaktotum, dem buckligen Dr.Krause (muharhar...) augenrollend seine Rachepläne in die Welt posaunen und Paule anschmachten, von dem man meistens nur ne Flosse sieht.

"Sharkman" ergeht sich in fröhlichen Benzinexplosionen (60 Pro) und miesen CGI-Bängs (40 Pro) und seibert ansonsten fleißig mit der roten Soße, wobei das Gliederabbeißen bald zur Hauptbeschäftigung mutiert. Stimmen tut hier relativ wenig, der Masterplan ist so löchrig wie die Motivation der bezahlten Totschläger, die sich auf der Insel abschießen lassen müssen und daß man nicht die Herzallerliebste seines mutierten Sohnes zum unfreiwilligen Vögeln auf ebendiesen schnallen soll, ohne Gegenwind zu kriegen, hätte auch Dr. Preston klar sein müssen.
Es gibt aber ja immer noch Fans von viel Ballereien im Breitwandformat und explodierenden Vehikeln und jeder Menge D-Mimen, die sich über ihre Fluchtpläne nicht einig werden, wobei die dümmsten Stücke (die Bratzblondine vom Firmenchef) als Erste über den Jordan gehen, daher kann ich da nicht die Tiefstnote verschwenden. Ansonsten ließt sich das morbide Gekreuze aber schlimmer, als es dann im Film wirklich rüberkommt, besonders angenehm ist die Vorstellung jedoch nicht, mit diesem Breitmaulkopf zu poppen. Auf der Plusseite bleibt dann noch die einigermaßen motivierte Leistung von Brillenschnuckel Hunter Tylo, die sonst nie Filmrollen bekam, aber (Stand:heute) durch das Stahlbad von 1299 Folgen von "Fashion Affairs" (in Deutschland : "Reich und Schön" ) ging und somit wußte, was Hardcore ist.

So treffen sich also hier den kleinste gemeinsame Nenner aus "Dr.Zaroff" und "Dr.Moreau" und machen ein Billigfass auf, was Trashfreunden ggf. gefallen wird, denn bei allem kleinen Budget ist das noch solide zusammen geschnippelt, wenn auch irgendwann irre repetitiv. Michael Oblowitz, der dieses Filmchen verbrochen hat, hat immer zweimal Steven Seagal überlebt und wer wirklich mal schmunzeln will, liest sich die Filmvita von Autor Boaz Davison (der auch "Eis am Stiel" in Filmform erfand) durch und grinst sich durch all die Monsterskripte, die er im Stakkato hervorgerülpst hat.

Was den "Hammerhead" angeht, das hätte man auch wesentlich lustiger machen können, aber meistens haben das alle Beteiligten hier noch viel zu ernst genommen. (2/10)

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